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1 (1923)
Entstehung
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Erstes Buch. Entstehung der Gesellschaft. 1. Kapitel. § 1

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Dieselben Vorteile hatten übrigens auch die alte BischofsstadtKonstanz und Ulm an der Donau. In dem Viereck KonstanzMengenUlmBavensburg würde man den Mittelpunkt des altenHerzogtums zu verlegen haben. Ulm hat den weithin bequemstenÜbergang über die sonst recht ungangbare Bauhe Alb und denobersten Hafen an der Donau, Konstanz war die Brückenstadt amBodensee. Mit ihrer Lage konnte Bavensburg nicht wetteifern.

Das Land Oberschwaben besteht aus dem Gebiete längs der Donau,die hart an den Büß der Bauhen Alb gedrängt ist, und dem weitenGebiete der Moränenlandschaft, die einst der Bheintalgletscherriesigsten Umfangs geschaffen hat und die sich nach innen hin zudem größten Erosionsee des Alpengebietes, dem Bodensee, demSchwäbischen Meere, entwässert. Moränenlandschaften haben seltenein einfaches Flußsystem, die Bäche müssen sich zwischen denMoränenanschüttungen ihre Wege suchen, und die wasserreicheArgen hat noch heute nicht überall einen Begleiter. Doch dasSchussental bietet im Unterlaufe eine bequeme Landstraße dar,die auch zu Bömerzeiten schon bestanden hat, am untersten ver-sumpften Laufe war es leicht, westlich den sicheren HafenplatzBuchhorn zu erreichen. Verlockend nahe liegt der Bodensee. Dochwar Buchhorn immer nur ein kleines Hafenstädtchen, das mitKonstanz, Überlingen und Lindau nicht wetteifern konnte. Erstdie Erfindungsgabe des Grafen Zeppelin, der für die Erprobungseiner Luftschiffe die weite Fläche des Bodensees brauchte, gab demin Friedrichshafen umgetauften Städtchen einen in der Welt be-kannten Namen. Bavensburg biegt 20 Kilometer aufwärts. Damitwar es dem Bodensee entrückt. Das hatte den Vorteil, daß dieKaufleute der Stadt in ihrem Fernverkehr nicht nur von Buchhornabhängig waren, sondern auch die Möglichkeit hatten, südöstlich über Tettnang, Lindau oder südwestlich über Markdorf, MeersburgKonstanz und Überhingen zu erreichen oder gar westlich den ganzenBodensee zu umgehen. Auch nach Norden gab es ziemlich brauch-bare Verbindungen über Waldsee, Biberach nach Ulm. Die west-östliche Bichtung nach Basel und nach Augsburg hatte für dieStadt auch einigen Wert, und namentlich die letztere wurde oft ein-geschlagen.

Bavensburg faßte einmal den kühnen Plan, die Schüssen schiffbarzu machen, um auch beladene Schiffe auf den Bodensee zu bringen.König Wenzel gewährte 1400 das nötige Privileg: Leinpfade an-zulegen, den Fluß zu bauen und womöglich andere Wässer in ihnzu leiten. Eine Entschädigung sollte im Streitfalle durch einSchiedsgericht festgesetzt werden. Man begann den Bau, verengtedas Bett, um die notwendige Tiefe zu erreichen. Aber man hatte esmit Anstößern zu tun, die selbst am Bodensee Anlegeplätze besaßen,und so entschied 1415 ein vom Könige eingesetztes Schiedsgericht,daß der Bau unterbleibe. Auf einen solchen Plan konnten nur