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Wie dem auch sein möge: die öffentliche Verzichtleistungauf das regimen von Gandersheim gestaltete sich für Willigiskeineswegs zu einer grofsen öffentlichen Demütigung. Sobald derKönig ihn und Bernward versöhnt hatte, wurde sogleich auf den5. Januar die so oft verzögerte Weihe der neuen GandersheimerKirche anberaumt. Willigis vollzog mit Bernward zugleich dieübliche Besprengung der Mauern mit Weihwasser. Darnach nahmBernward allein die Weihe des Innern vor. Hierauf traten derKönig und die Bischöfe hinaus vor das versammelte Volk.Heinrich erklärte feierlich die Gandersheimer Mark für einenTeil des Sprengeis von Hildesheim, Willigis aber verzichteteöffentlich auf alle seine Ansprüche auf das Kloster und übertrugdieselben, rechtsförmlich, wie es die Sitte heischte, durch Über-reichung seines Hirtenstabs auf Bernward von Hildesheim. Einfeierliches Hochamt, das Willigis an dem Hauptaltare vor demKönig und den versammelten Grofsen celebrierte, schlofs dieFestlichkeit. — Je mehr Heinrich, wie man schon aus diesemganzen Vorgange sieht, die Empfindlichkeit der beiden Prälatenzu schonen gewufst hatte, um so aufrichtiger war nun der unterseiner Vermittlung zwischen beiden geschlossene Friede. DerHildesheimer Domklerus nahm um diese Zeit den Erzbischof inseine Bruderschaft auf. Selbst der den Mainzern so feindlichgesinnte Erzähler des Streites, der alte Dekan Thangmar, ge-winnt sich, wo er von dem Tode des so arg von ihm verleum-deten Willigis berichtet, einige wohlwollende Worte ab 1 .
Sehr auffällig ist, dafs die beiden Berichte, die uns überden Ausgang des Streites erhalten sind, an keiner Stelle dieBeschlüsse der römischen Synode vom Januar 1001 erwähnen.Darnach scheint es, als ob die Entscheidung ganz ohne Rück-sicht auf den Papst, allein auf deutschem Boden, durch dendeutschen König und durch den Spruch deutscher Bischöfe ge-troffen worden sei. Der Tag von Pöhlde würde dann für dieKurie die gleiche Bedeutung gehabt haben, wie 5 Jahre vorherder Tag von Frankfurt: den Mifserfolg der päpstlichen Interventionim Gandersheimer Streite, den dieser ankündigte, hätte er bestätigt.Wie einst der Klerus und die Dienstmannen von Mainz, dieNonnen von Gandersheim und die Spitzen der deutschen Kirche,so hatte auch Heinrich, indem er ungeachtet der päpstlichenSuspension von Willigis die Königsweihe begehrte, schon imJahre 1002 unzweideutig gegen die Kurie Stellung genommen.Es wäre darum nicht verwunderlich, wenn er auch Weihnachten
z. ß. sein VerhaltenGiesebrecht I], 256.zu halten, zeigt V.episcopus suae noneessanter admonuit.
1 V. Bern. cap.(obiit).
gegenüber dem Markgrafen Heinrich vom Nordgau.Wie wenig er geneigt war, gegebene VersprechenBurch. cap. 9, S. S. IV, S. 836, Z. 35. Burchardusimmemor promissionis die noctuque — regem in-Tandem vero Ottonem ducem ad se (vocavit).44, S. 778. Plenus dierum et bonorum etiam operum
L. Studien a. d. Geb. d. Geschichte. I. 3. — Böhmer.