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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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und dadurch das häusliche Glück und die frohe Schaffenslustder Ihrigen zu erhöhen.

Was man den Müfzigen im Dorfe oft scherzhaft zuruft:„Was schaffst du? — Kalendermachen? — Setz' auch vielFeiertag hinein!" das tuen die guten, verständigen Mütter inWirklichkeit, indem sie alle Geburtstage und Namenstage deiIhrigen zu häuslichen Halbfeiertagen erheben und alle Familien-angehörige diese mitfeiern lassen, „damit sie die Schwere desDaseins ertragen und das erdrückende Gleichmafz der Tage."Dazu haben sie nicht viel Besonderes und keinen grofzen Auf-wand nötig: Am Morgen einen freundlichen Glückwunsch undeinen liebevollen Kufz oder Händedruck; am Mittage einenkleinen Blumenstraufz aus dem Garten und Felde oder einkleines, praktisches Geschenk auf dem Efztische, am Platze desGeburts- oder Namenstagskindes. Dazu kommt ein guter, sonstnicht üblicher Nachtisch, an dem alle Hausgenossen gleichenAnteil bekommen. Damit erhalten alle, besonders die Kleinen,Anlafz sich mitzufreuen, ja schon im voraus an diese Familien-feste zu denken.

Susanna ist auch die Namenspatronin vieler alten Kir-chenglocken. Das bezeugt deren Aufschrift: „Susannaheilz ich. — Die Wetter vertreib' ich." — Das Wetter-läuten ist jetzt zwar als „gefährlicher Aberglaube" amtlichabgeschafft, doch ist der alte, fromme Volksglaube geblieben,dafz böse Geister keine Kraft haben, soweit der Glockenschallhinausklingt über Feld und Wald. -- Dafz die Kirchenglockenwie höhere, mitfühlende Wesen Freud und Leid der Menschenteilen, lehrt ausführlich auch Schillers Lied von der Glocke.Bald klingen sie hell und freudig in das Glück der Menschenhinein, bald tönen sie dumpf und traurig zu ihrem Leide; baldwimmern sie klagend, wenn Not und Brand sie wachrufen; baldrufen sie ernst und gemessen zu der täglichen Pflichterfüllung.

Im Glockenturm wohnen auch verschiedene Ge-spenster und lebende Geister. Sie haben schon manchen ge-tötet und verschreckt, der sich nachts zu ihnen hinaufwagte.Dort wohnen auch die Schicksalsfrauen, die Nachteulen unddie Nachtkrabben, die oft im Dunkeln umziehen und den Un-frommen gefährlich werden können. — Davon singt auch nochein altes Schaukellied für Kinder: „Schockel, schockel,reite! — Fahr' übers Weite! — Fahr' übers Glockehaus! — Dakommen drei schöne Puppen 'raus: — Die ent (— eine) spinntSeide. — Die ander' dreht Weide. — Die dritte spinnt en