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Jahr, wie Fruchtähren und die ersten Trauben der hl. Anna undder Statue des hl. Wendelin, des Schutzpatrons der Haustiere,auf dem Nebenaltare, in die Hände gelegt waren, also mit Dankund mit Bitten um Glück und Erntesegen. — Manche armeMutter brachte auch ihr krankes Kind von weither mit. Sietrug es mühsam auf den Armen dorthin, hob es unter Tränenzum Altare empor und flehte um seine Gesundheit. — Anderedrückten ihr Herzeleid in Opfergaben aus: Sie kauftenkleine Wachskerzen, die vom Mesner auf einem Zapfenbretteneben dem Hochaltare angezündet wurden. Sie kauften auchGlieder und Herzen aus Wachs, ja ganze Wachskinder und auchWachsbilder von Haustieren um beliebigen Preis und legtensie mit ihren Gebeten und mit ihren drückenden Sorgen aufdie Rückseite oder auf die Seitenstufen des Altares nieder. —Dasselbe geschah einst auch beim hl. Philipp von Zell und vordem Gnadenbilde der hl. Maria im Dome zu Speyer und sonstnoch öfter.
Von der Wallfahrt bringen die Mütter ihren Kindern ge-wöhnlich ein kleines Andenken mit nachhause. Es ist zumeistnur ein Zuckerherz mit einem frommen Spruch darauf, oder einZuckerpüppchen, oder ein Wallfahrts-Weck, während sie selbstoft ganz nüchtern, d. h. ohne Speise und Trank auf langen, be-schwerlichen Wegen von der Kommunion und Wallfahrt zu denIhrigen, für die sie gebetet haben, wieder zurückkommen, ob-wohl es auf dem Annaberge auch Kaffee und Brot und Weingibt zur Erfrischung und Stärkung. Solche freiwillige Hingabeund Opferliebe für die Familie und solche Entsagung ge-hörte von jeher zum pfälzischen Volkstume. Jetzt sind wir be-quemer geworden. Die neun Annatage aber werden trotzdemauch heute noch zahlreich besucht und in Ehren gehalten.
Der erste Annatag wird zumeist verregnet. „Die Judenhaben die hl. Anna ins Wasser getaucht", sagt das Volk, dochohne den alten Ritus der Judenbäder zu kennen und ohne andie Wirkung der Sonnenbahn auf das Juliwetter zu denken.
Susanna oder Sannchen, am 11. August, bringt zwarkeinen Feiertag, aber den Namenstag vieler Mädchen. DieProtestanten feiern ihren Namenstag und die Tage ihrer hl.Schutzpatrone zumeist nicht mehr, wohl aber die Katholiken.Bei diesen sind Namenstag und Geburtstag in der Familie gleichhoch gestellt. Verständige Mütter wissen dabei mit bewun-derungswürdigem Feinsinne immer wieder neue Liebe undFreude, Ansporn und Wechsel in ihre Familien hineinzutragen
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