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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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ihrer Kinder und für die Erhaltung eines gesunden Volkstumes.Die Erhaltung der guten, alten, strengen Sitten war ihnen hei-lige Pflicht und Richtschnur.

So sollte es in Stadt und Dorf auch heute noch sein. Wodie Kirchenglocke und ihr Betläuten, wo das Kirchenjahr undseine altherkömmlichen Festgebräuche im Volkstume noch Gel-tung haben, wo die Arbeit noch ein Gottesdienst und das Ahnen-erbe ein Heiligtum ist, da ist es auch um die deutsche Heimat,um die Familien und Gemeinden, um Kirche und Staat nochwohl bestellt. Das Schicksal kann zwar auch dann, wie wir esim Weltkriege sahen,die Heldenbrust zerschmettern, denHeldenwillen aber beugt es nicht". Er wird aus jeder Not, auchaus der jetzigen allgemeinen Bedrängnis und Schwachheit, denWeg zum Wiederaufbau finden.

Damit schliefze ich diese Betrachtungen überVolks-tum und Kirchenjahr" im pfälzischen Westrich. Man wirdvielleicht sagen, dafz darin Schattenseiten unseres Volks-lebens vergessen sind. Sie sind nicht vergessen und sollenauch nicht abgeleugnet werden, aber sie gehören nicht zuunserem Volkstume und noch weniger zu den Einwirkungen desKirchenjahres. Wie in allen Dörfern und in allen mensch-lichen Gemeinschaften, so gibt es auch bei uns Fehler undNiederungen, Schwächen und Gebrechen. Sie gehen gewöhn-lich rasch vorüber gleich düsteren Wolkenschatten eines wech-selreichen Apriltages. Im allgemeinen ist unser Familienlebengesund und warm. Auch im öffentlichen Leben sind sträflicheVergehen und Roheiten Einzelner selten. Sie fallen der Ge-samtheit nicht zur Last und haben darum auch nicht das Rechthier aufgezählt und verallgemeinert zu werden. Sie brauchendas reine und freundliche Bild unseres Volkstumes nicht zu be-flecken, das doch nach der Volksmehrheit, nicht aus denNiederungen gezeichnet werden mufzte.

Dafz unser Volkstum vom Kirchenjahre und vom Christen-tume weithin und wesentlich beeinflufzt ist, dafz beide durch dasganze Jahr hin und alle Jahre in sehr engen, tiefen und viel-seitigen Zusammenhängen stehen, das haben diese Betrach-tungen und Schilderungen ganz unbestreitbar dargetan. Siehaben ferner bewiesen, dafz eine Verschmelzung sehr alter An-schauungen, Sitten und Gebräuche der vorchristlichen, ger-manischen Naturreligion und des alten, deutschen Sonnenjahresmit dem Christentume und mit den Gebräuchen des christlichen