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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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Kirchenjahres sehr frühe stattgefunden hat. Sie haben auch ge-zeigt, dafz aus dieser Verschmelzung bei uns ein grofzes, neuesund eigenartiges Ganze, unser heimisches, deutsches, pfäl-zisches Volkstum geworden ist, aus dem ich hier einen Teil,den wichtigsten Teil, vorgeführt habe.

Damit ist meine Aufgabe gelöst. Meine Schilderungen sindaber trotz beständigem Streben nach Kürze umfangreicher ge-worden, als sie sollten. Dafür wurden sie aber auch vielseitigerund inhaltsreicher. Dennoch darf ich nicht verschweigen, dafzweder unser heimatliches Volkstum noch der Reichtum unseresKirchenjahres damit erschöpft ist. Diese sind ja überhaupt beideunerschöpflich. Beide enthalten ferner aufzer den hier betrach-teten und zusammengehörenden Teilen auch noch andere weiteGebiete, die nicht zu diesem Thema gehören, und die darumauch nicht beigezogen werden konnten.

Dazu kommt noch eine zweite Einschränkung : Beivielen kurzen Hinweisen auf die kirchlichen und auf die ger-manischen, vorchristlichen Anfänge und Ansätze unserer Volks-bräuche war es oft ungemein verlockend unser altes Volkstumauch kulturgeschichtlich bis zu diesen ersten Anfängen zurückzu verfolgen, es dann auch psychologisch zu begründen, dieDarstellung gelehrt und wissenschaftlich zu erweitern und zuvertiefen. Dabei wäre es möglich gewesen den Einflufz deralten, germanischen Naturreligion und daneben die Einwir-kungen des Christentumes und des Kirchenjahres auf unserVolkstum, auf die religiöse Einstellung unseres pfälzischenVolkslebens und der deutschen Volksseele überhaupt nochtiefer und weiter aufzuhellen. Doch soweit sollte ich nicht gehen.Ich sollte hauptsächlich erzählen und schildern und den bishernicht genug bekannten und nicht genug gewürdigten Reich-tum des Kirchenjahres und seine Zusammenhänge mitunserem Volkstume mehr beleuchten und hervorheben. DasWeitere ist Sache der vergleichenden Volkskunde.

Diesen Reichtum, seine Schönheit und Vielseitigkeit bishinab zu den tiefen, religiösen Fundamenten unseres Volkstumesglaube ich an den Sitten und Gebräuchen des Kirchenjahresunserer hinterpfälzischen Heimat hier deutlich gezeigt und hellbeleuchtet zu haben.

Dieses grofze und reiche, lebendige undeinheitliche Ganze, dasVolkstum und Kirchen-jahr" unseres Westrichs, das auch heute noch grofzenteils

Dr. Grünenwald, Volkstum und Kirchenjahr. 11

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