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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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mitwirken. Sie sind es ja, die nachts im Dorfe umgehen, mitfeuerigen Augen in die Häuser schauen und nachsehen, ob über-all, in Stube und Stall und Scheune, alles in Ordnung ist, obKnechte und Mägde ihre Pflicht tun, ob die Kinder fleifzig undbrav, artig und folgsam sind, ob Flachs und Hanf, Kunkelnund Garn sorgsam und säuberlich behandelt werden, und wassonst noch in unseren volkstümlichen Adventssagen und Weih-nachtsbräuchen von ihnen berichtet wird.

Zu diesen alten Götterboten gehört auch der KnechtRupprecht und der getreue Eckart und der Belzenickel, die imAdvente durch die Dörfer ziehen und dann besonders die Kin-der von den kalten, dunklen Strafzen weg nachhause scheuchen;denndie Nacht ist keines Menschen Freund", und die Gassen-kinder werden gar zu leichtHöllenkinder". Darumsammelnsich die Hausbewohner um des Licht's gesellige Flamme", so-bald im Herbste schon frühe die Nacht hereinbricht und dieFröste beginnen, wenn die Herbststürme toben und dieWilde Jagd über die Berge braust. Dabei darf natürlich auchdie Jugend im häuslichen Kreise nicht fehlen. So verlangt esdas Volkstum und der gute, alte Knecht Rupprecht.

Aber seine sommerlichen Helfer waren bei uns noch vielstrenger: Die schwarzen Nachtraben und die drohenden Nacht-eulen, der Wauwau und Wulewux, der schwarze Mann undalle die gefährlichen Nachtgespenster und Kinderfresser. Auchdie Eltern und das volkstümliche Herkommen, auch die Geist-lichen und Lehrer und der Dorfbüttel scheuchten sogar sommersdie spielende Jugend abends schon frühzeitig von den Strafzen. Sieverlangten bei uns, dafe die gesamte Schuljugend auch an denSommerabenden schon beim Betläuten sofort zumEngel desHerrn" von der Strafze nachhause springt und nach dem Ge-bete nicht mehr herauskommt, auch wenn es draufzen noch hellund nach des Tages Hitze und Last erst recht kühl und ange-nehm gewesen wäre zum Spielen und Springen und Toben. Sowar es früher und unser Volkstum blieb gegen jede jugendlicheNachlässigkeit und Vergefzlichkeit unerbittlich. Kamen wir nichtfreiwillig zum Gebete heim, dann holte uns der Vater oder dieMutter mit dem Stocke von der Strafze ab, so ernst und streng,als ob sie uns vor den Gefahren des großstädtischen Nacht-lebens bewahren müfzten. Ihnen schien die frühzeitige Gewöh-nung an Ordnung und Gehorsam, an Entsagung und Pflicht-erfüllung von der allergrößten Wichtigkeit bei der Erziehung

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