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bereitungen. Es werden in allen Häusern verschiedene Sortenvon Kirchweihkuchen gebacken, dicke und dünne: Hohe, gerippteBundkuchen und runde, flache Mühlkuchen neben Kränzen undKartoffelkuchen; dann verschiedene dünne Obstkuchen undZimmetkuchen, Käskuchen und Rahmkuchen. Dazu gibt es „ufKerwe" auch Wein und das sonst im Bauernhause seltene Rind-fleisch, den „Kerwebrote" und Kalbsbraten. „Da gibt's Schweine-brate, Bratwurst, Karmenate, — Da geht's lustig zu, valera; jada geht's lustig zu!" So singt das Volkslied.
Wenn der Pfälzer etwas hat, teilt er auch aus. Er ist gernesplendid und gastfreundlich. Darum werden die nächsten aus-wärtigen Verwandten auf die Kirchweih eingeladen. Da sie abernur selten kommen, wird ihnen mit der Einladung zugleich „einBündel", d, h. ein kleiner Probebund des Kirchweihkuchens undeine Auswahl von Obstkuchen und Zimmetkuchen in breiten Ab-schnitten ins Haus gesandt. — Die Ueberbringer erhalten dafürDank und Grufz und ein kleines „K e r w e g e 1 d". Auch die Elternmüssen allen Ihrigen ein entsprechendes Kirchweihgeld geben.Die Grofzen haben sich zumeist schon selbst vorher durch Trink-gelder, durch Ersparnisse und „Schore s", den sie bei Verkäu-fen gemacht und zurückbehalten haben, eine kleine Handsummedafür zusammengebracht. Den Kleinen müssen ihre Eltern aucheinige Fahrten auf der Reitschule bezahlen, die sich mit ihrenschwarzen, weifzen und braunen Holzpferden nach den Melodiender Drehorgel so lustig im Kreise dreht. Sie müssen ihnen auchhelfen ihr Glück im Krabbelsack zu probieren, bei dem mansoviele schöne Dinge für zehn Pfennig gewinnen kann: „Rappeltdie Katz, der Fuchs, die Maus? Oben enein und unten erauslWer's gewinnt, der hat's. Jedes Los zehn Pfennig!" Darnachist es Sitte, dafz sie ihnen auch ein Kerwestück kaufen, d. h.ein Kleidungsstück, Zuckerwaren, ein Messer, eine Trompete,eine Mundorgel etc. Ebenso kaufen die Paten ihren Paten-kindern ein Patenstück.
Nach dem reichlichen Mittagessen, das doppelt so langedauert als sonst, holen die Burschen die Kirchweihmusikantenund die Kirchweih selbst vor dem Dorfe ab. Sie zieht ein mitBlechmusik. Voran schreitet ein Bursche mit dem Kerwestraufz,einer grünen Tanne, die reich mit bunten Papierbändern ge-schmückt ist, und die er lustig auf und abschwingt, damit dieAeste und Bänder fliegen. Hinter ihm folgen „die Kerweborscht",d. h. die Tanzburschen in breiten Reihen mit Sträufzen am Hut,