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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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Knechte und Mägde belohnen, träge bestrafen, die auch selbstin den hl. Nächten mit feuerigen Augen in einsamen Tälernspinnen. Alle diese Geister und göttlichen Wesen sind aus dervorchristlichen, aus der altgermanischen Religion unserer Vor-fahren uns übrig geblieben. Sie sind als Ahnenerbe, als Volks-tum der Walddörfer bis auf uns gekommen. Ihr Leben undWirken hat sich dort an das christliche Kirchenjahr und an daschristliche Volkstum angelehnt. Sie sind durch ihren engen An-schluß an das Kirchenjahr und an seine volkstümlichen Ge-bräuche auch selbst christlich geworden und es wäre ganz ver-kehrt, sie alsAberglauben" kritisieren, verketzern und aus-tilgen zu wollen. Wir freuen uns vielmehr, dafz unsere Kircheund die Gebräuche unseres Kirchenjahres uns ein so altes,reiches und schönes Volkstum erhalten haben, dafz sie ein sokostbares Ahnenerbe durch ihre Toleranz und Pflege geheiligtund bis auf uns gebracht haben, das unserem Volksleben Seeleund Inhalt verleiht.

In diesem Zusammenhange mufz auch ein Wort gesagtwerden über den sogenanntenA berglauben" in unseremVolkstume. Man hört dieses harte Wort gar zu oft als Tadel.Man gebraucht es wie ein überhebliches Todesurteil gegen ur-alte Gebräuche und pietätvolle Ueberlieferungen, über dieunsere moderne, monistische Kultur weit hinausgekommen sei,die uns frei machte von allem Kinderglauben. Wo dieGrenzen liegen, wo altes Volkstum und Kirchentum einerseitsund alter Aberglaube andererseits sich scheiden, ist oft schwerfestzustellen. Darüber wird auch bei ruhiger Ueberlegung, z. B.zwischen einem protestantischen und einem katholischen Theo-logen und mir kaum ein festes Einverständnis zu erzielen sein.Der erste wird wahrscheinlich den meistenAberglauben" inunserem alten Volkstume und in den volkstümlichen Ge-bräuchen des Kirchenjahres finden, ich den wenigsten. Ich kannnämlich dieses harte Wort überhaupt nicht leiden, das jeden,der am alten Glauben und Herkommen pietätvoll festhält, undjeden religiösen und volkstümlichen Brauch dazu geringschätzigan den Pranger stellt. Wir sammeln doch auch alte Bilder undStatuen und achten sie hoch, auch wenn sie in manchen Augensich überlebt haben. Frühere Menschen knieten davor. Somöchte ich den Vorwurf des Aberglaubens von unserem altenAhnenerbe abwehren und einschränken auf den törichten Glau-ben an Hexerei und Zauberei, an Weissagungen und auf die

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