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Blüten Stengeln hausen, die seufzen und bluten, wenn man ihreStengel ausreifzt, ihre Blüten abbricht; an die reinen, göttlichenFrauen, die in Obstbäumen leben, die entweiht werden und mit.ihren Bäumen verwelken und absterben müssen, wenn unkeuscheMenschen ihre Aeste besteigen und ihr unreines Wasser überdie Zweige und Blätter ausgießen. Davon wufzte uns unser Volkeinst viele Beweise und Erlebnisse zu berichten. — Alle dieseGeister gehören aber nicht zur christlichen, sondern zur vor-christlichen Religion unserer Väter.
Echt deutsch ich auch „der liebe Herrgott, der Früh-morgens, wenn die Hähne kräh'n, leise, nach seiner Weise,durch den Wald geht". — Ebenso der donnernde Herr-gott, der gewaltig grollend im Gewitter einherfährt, seineDonnerkeile niederschleudert und „den Bösen seinenKlüppel auf den Kopf schlägt", der aber alle Häuser schont,in denen seine Störche, Rotschwänzchen und andere Vögelnisten, die Würzwische im Stalle hängen und die „Donnerbärte"auf den Dächern wachsen. — Deutsch sind auch die Koboldeund die Klopfgeister und die Heinzelmännchen, die verzauber-ten Königssöhne und Königstöchter, die Schlangenkönige undFroschkönige mit ihren goldenen Krönchen und die Grasprinzes-sinnen, die noch immer in unseren Häusern und Fluren, inunseren Volkssagen und in den Köpfen unseres Volkes spuken.Urdeutsch ist auch der Glaube an das Wilde Herr und an dieWilde Jagd, an den Wilden Jäger und an den Ritter Einaug,die in den Rauhnächten umziehen. Deutsch ist auch der Glaubean die schwarzen Katzen und Hunde mit feurigen Augen, dieals Gespenster uns oft bedrohen, und an die gespenstischenHasen und Rehe; ferner an die gütige Frau Holle und an diegestrengen Schicksalsfrauen, die um Weihnachten bei uns um-gehen.
Urdeutsch, aber längst christlich geworden ist auch dasumziehende, weibliche Christkind, das als weißgekleidete Jung-frau und als weifzgekleidete Braut allein oder zusammen mitdem Beizenickel, mit dem Knecht Rupprecht und dem getreuenEckart vor Weihnachten prüfend in unsere Häuser späht, das mitseinen Gaben zu den braven Kindern und zu dem fleißigen Haus-gesinde kommt. — Auch die Unerlösten, die im Advente durch dieMorgennebel schweben und nach Erlösung seufzen; die Geister-frauen mit glänzenden Augen, die in jedem Winter durch dieFenster schauen, die den Flachs und das Garn prüfen, brave