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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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von uns wegstofzen. Auch jede Gemeinde, jeder Staat, alleKirchen und Kapellen haben ihre besonderen Schutzpatrone.Zu dieser Gemeinschaft der Heiligen gehören nach der katho-lischen Kirchenlehre auch wir Menschen alle und die ArmenSeelen im Fegfeuer und die ungetauften und daher noch un-erlösten Geister der Vorhölle.

Diesen Gruppen und Scharender guten, göttlichen Geister"stehen die bösen Geister, die Teufel der Hölle, als Wider-sacher gegenüber. Ihr Fürst ist Lucifer, einst ein Fürst derEngel, der aber aus Hochmut sich nicht unter die göttlicheVeitordnung beugen wollte und mit dem Proteste non serviam,ich will nicht dienen, von Gott abfiel. Dafür wurde er mit seinemganzen Anhange in die Hölle verstolzen, ins ewige Feuer, woHeulen und Zähneknirschen ist. Seitdem ist der Satan, derHöllenfürst, auch Teufel und Beelzebub genannt, der Inbegriffalles Bösen, der Feind Gottes und aller guten Geister, auch derFeind aller Menschen auf Erden. Er geht umher wie ein brül-lender Löwe und sucht, wen er verschlingen könne, im Gegen-satz zum göttlichen Heiland, der in die Welt gekommen ist,zusuchen und selig zu machen, was verloren war". Zwar mufzauch der Teufel sich unter Gottes Willen fügen, aber Gotthat ihm Macht über uns gegeben uns zu versuchen. Seine Ein-wirkungen auf die menschlichen Triebe und Leidenschaften, densinnlichen Hang und Drang zum Bösen, nennen wir Ver-suchungen. Ihr Dasein erkannten schon die Heiden: Videomeliora proboque, deteriora sequor, sagt schon Ovid und imgleichen Sinne: Nitimur in vetitum semper cupimusque negata.Dagegen hat Gott uns den freien Willen und sittliche Kraft ge-geben, die Erlösung durch Christus und die Gnadenmittel derKirche, die uns befähigen alle Versuchungen des Teufels sieg-reich zu überwinden.

Sehr verschieden sind bei uns die Darstellungen und dieGestalten des Teufels. Der biblische Teufel erscheintzumeist als Herr der Erde, aber auch als Löwe und Drache, alsHund und Schwein. Er fährt in besessene Menschen und Tier-herden. Er quält in Gestalt eines nackten, üppigen Weibes so-gar heilige Männer. Das berichtet uns die hl. Schrift und dieHeiligenlegende. So haben auch die Maler und Bildhauer alterund neuer Zeit den Satan dargestellt und wir wundern uns, dafzder liebe Herrgott den zu ewigen Feuerqualen Verdammten sofrei und lustig in der Welt umhergehen läfzt.