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in das Grab mitgeben. — Trotzdem und trotz der gesundenBewegung in freier Landluft ist auch in unseren Dörfern bisherniemand dem Tode entgangen. Ja dieser stellt sich durch-schnittlich dort noch früher ein als in den Städten, wo fürgünstigere Arbeits-, Ernährungs- und Wohnungsverhältnisseund für geregelteres Leben des Alltages mehr gesorgt wird.
Der Allerseelentag, am 2. November, ist ein Halb-feiertag. An dem Tage darf jeder Geistliche seit dem Weltkriegedurch päpstliches Dekret vom 10. August 1915 drei Messenlesen wie an Weihnachten. Er liest sie gewöhnlich ununter-brochen hintereinander an dem gleichen Altare für alle Toten,insbesondere für die Toten seiner Gemeinde. Alle katholischenSchulkinder, und wer es sonst noch irgendwie möglich machenkann, nimmt teil an diesen Trauergottesdiensten für die Ver-storbenen und für die im Kriege fürs Vaterland Gefallenen.
Am Abend des Allerseelentages beginnen die Armen-seelenandachten, die während der ganzen Oktav jedenAbend in der Kirche für die Verstorbenen gehalten werden.Sie sind jedesmal zahlreich besucht, insbesondere von Frauenund Kindern und von den Mitgliedern der uralten Armenseelen-bruderschaft. — Von diesen Andachten heifzt der Novemberim Volke auch Allerseelenmonat, so wie der Juni auchHerz-Jesu-Monat genannt wird, der September auch Schutzengel-monat, der Oktober auch Rosenkranzmonat, der Dezemberauch Christmonat, nach den in sie fallenden wichtigen Festenund Andachten.
Für die Armen Seelen im Fegfeuer wird aber auchdas ganze Jahr hindurch gebetet, mindestens dreimal an jedemTage, im Anschlüsse an den „Englischen Grufz", morgens, mit-tags und abends, dafz Gott ihre Leidenszeit abkürze und sie vonden Peinen des Fegfeuers erlöse, dafz er ihnen die ewige Ruheund den Anblick seiner Herrlichkeit verleihe. — Die ArmenSeelen können nämlich für sich selbst nichts mehr tun; sie sind„dieleidendeKirch e". Wir aber, „die streitende Kirche"auf Erden, können für sie beten und Almosen geben, Mefzopferdarbringen, Kommunionen aufopfern und Ablässe für sie gewin-nen. Wir können auch „die triumphierende Kirche", d h. alleHeiligen und Seligen im Himmel für sie anflehen um ihre Für-bitte bei Gott, dafz er ihnen gnädig sein und aus dem reichenGnadenschatz der Kirche, erworben durch die VerdiensteChristi und seiner Heiligen, ihnen soviele Gnaden zuteilen