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dafz ihre oder andere Bilder von der Wand fallen. — VerstorbeneMütter „zeigen sich". Sie besuchen nachts ihre Kinder in derWiege, oder sie holen dieselben zu sich. — Verstorbene Kindererscheinen nachts ihren Eltern, Freunde ihren Freunden undFreundinnen, Bräute ihren Verlobten. — Besonders in den dreiersten Nächten nach ihrem Begräbnisse sieht und hört man dieVerstorbenen oft noch im Hause umgehen und im Friedhofeleise weinend um ihre Gräber ziehen.
Liebende und alte Eheleute sterben oft rasch einander nach.Feinde, die einander vor Gottes Richterstuhl luden, sterben fastgleichzeitig. — Ein Toter ruft oft noch andere aus seiner Nach-barschaft zu sich. Darum mufz man den Toten alsbald die Augenschliefzen und den Mund. — Man mufz sie auch im Sarge mitden Füfzen voran aus dem Hause tragen; sonst müssen siewieder hereinkommen und da umgehen.
Klopfgeister und Kobolde, die Seelen unfromm Ge-storbener, können ein Haus quälen, bis ein Geisterbanner sie ineinen Korb fafzt, sie auf seinem Rücken in den Wald trägt undsie dort in einen Baum oder Strauch oder in einen Blumenstockfestbannt. Dort können sie dann in der Pflanze fortleben oderauch mit ihr absterben.
Auf „eine freudige Leich", d. h. ein Leichenbegängnis ohneTränen, folgt allemal eine traurige. Auch wenn die Schollendumpf und hohl auf einem Sarge dröhnen, ruft ihr Schall nochjemand hinab. — Den nahen Tod kündet im Hause die Toten-uhr, d. h. der klopfende Holzwurm in alten Möbeln; ferner„der Kiwik", d. h. der nächtliche Ruf des Käuzleins, das demLichtscheine zufliegt; das nächtliche Heulen der Hunde undGrabgesänge harmlos spielender Kinder etc.
Wenn man von jemand träumt, er sei gestorben, dann lebter recht lange, und wenn man von den Toten träumt, dann gibtes Regenwetter. Ein Sprichwort sagt: „Dem Seligen regnet'sins Grab; dem Unseligen auf seinen Hochzeitstag"; wievieleRegentropfen, soviele Tränen.
Wer von Leichdorn, d. h. von Hühneraugen und vonWarzen gequält wird, soll diese waschen mit fließendem Was-ser, über das soeben eine Leiche zu Grabe getragen wurde, oderer soll beide bestreichen mit Oelresten des Totenlichtes, dannwird er geheilt und der Tote nimmt diese Uebel mit sich insGrab. — Auf die Toten kann man durch Sympathiemittel auchandere am Leben fressende Uebel übertragen und sie ihnen
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