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fafzt und mit einer Inschrift versehen ist. — Später werden Blumenund Sträucher, auch Trauerweiden, Tannen und Eschen auf dieGräber gepflanzt, die dem Dorfkirchhofe sein friedliches, schönesAussehen verleihen und die Singvögel zu ruhiger Brut anlocken.
Nach der Beerdigung werden die beteiligten Kinder zu zweiTassen Kaffee mit Kuchen ins Trauerhaus eingeladen; Er-wachsene zu einem Leichenimbs. Dazu sind nach demHerkommen die nächsten Verwandten vor allen einzuladen undbesonders solche, die von auswärts zur Beerdigung kamen;ferner die vier Leichenträger, die Nachbarn, die eine Toten-wacht hielten, der Schreiner, der den Sarg machte und denToten darin bettete, der Totengräber und die Leichenfrau, dieden Schmuck des Toten, seine Waschung und Kleidung undrichtige Bestattung besorgten. Auch sie erhalten zuerst Kaffeeund Kuchen, dann Limburger Käse, Brot und Wein. Das istihr Gesatz.
Ist die Beerdigung morgens und darnach gleich das ersteTotenamt, dann geben besser gestellte Familien anstatt deskleinen Imbisses oft ein Mittagessen mit Suppe, Gemüse undFleisch; dazu auch Wein und Kaffee und Kuchen als Nachtisch.
Beim Leichenimbifz wird zuerst von dem Toten gesprochen,von seinem Leben und Wirken und von den jetzigen Familien-verhältnissen; dann von allerlei. Den Schlufz bilden drei ge-meinsame Vaterunser mit dem Anhange: „Herr gib ihm dieewige Ruhe" etc., die der Totengräber oder auch der nächsteVerwandte vorbetet.
Todesanzeigen und Beileidskarten, Danksagungen undSterbebildchen sind im Dorfe bei uns selten und nicht volks-tümlich. Ein Händedruck und ein liebes Wort, die Teilnahme ander Beerdigung und an den Seelenmessen ersetzen alle son-stigen Förmlichkeiten. Man bittet zumeist nur um ein frommesGedenken im Gebete für den Toten. —■ Unser Volk ist dem altenAhnenbrauche nach Tacitus, Germania Kapitel 27, auch darintreu geblieben. Es trauert in treuem Gedenken und verschmähtschwere, kostbare Grabdenkmäler.
Dafz die Verstorbenen nicht tot sind, beweistunser Volk und der alte Volksglaube auch durch manche. Gei-stererscheinungen: Weit entfernt sterbende Verwandte zeigensich plötzlich an, bisweilen sogar über das Weltmeer, durch einWort oder Bild, durch lautes Poltern im Hause und dadurch,