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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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die andere auf dem südöstlichen Ausläufer des Teufelsbergesüber Burrweiler, mitten in unserem Sammelgebiet.

Die Annakapelle bei Burrweiler liegt auf einem uraltenKultplatze. Sie wurde 1895 auf derselben Stelle zum fünften-male neu aufgebaut. Von ihr aus hat man einen ganz herrlichenRundblick über die Rheinebene: Nach links sieht man bis zumSchwarzwald und Neckarbergland, nach rechts über das Queich-tal und über die Vogesen. Die Wallfahrten auf denAnnaberg beginnen jedes Jahr am Annatag und dauern 9 Diens-tage. Die Gottesdienste dauern dort jedesmal morgens von 611Uhr oder auch kürzer, je nach der Zahl der Waller, die kommu-nizieren, und der Geistlichen, die zelebrieren wollen. Die Wall-fahrer kommen aus der ganzen Rheinebene, bis nach Speyerhin, den steilen Stationsweg über Burrweiler herauf. Aus demQueichtale führt der Weg über Gleisweiler aufwärts. Die Wall-fahrer von Dernbach und Ramberg kommen auf weiten Wald-wegen über Berg und Tal am Teufelsberge vorbei zur Kapellehinab und kehren von da nach der Feier einzeln oder in Grup-pen, still oder laut betend durch die Wälder wieder zurück.Besonders feierlich werden jährlich der erste und der letzteAnnatag begangen.

Da diese neun Annatage in die grofze Schulferien fallen,hatte der gute, alte Pfarrer Händel von Burrweiler um 1875 undnoch lange nachher auch viel unheiliges Studentenvolk mitbunten Mützen und mit blonden Zöpfen unter seinen Wallern,die frohe Jugend, die nach kurzer Andacht sich gerne lebhaftunterhielt und daher oft mit erhobenem Finger von ihm zurRuhe gewiesen werden mutzte. Wenn aber nach dem Hochamtesein kräftiges Schlufzgebet erschallte:Strenger Richter allerSünden! Gott, erbarm dich über uns! Lafz vor dir unsGnade finden! Gott, erbarm dich über uns!" etc., und wenner dann am Altare mit erhobenen Händen nochmals die An-liegen aller Wallfahrer der Gnade Gottes und der Fürbitte derhl. Mutter Anna und aller Heiligen empfahl, dann waren wiederalle dabei und nahmen seinen Segen und eine gehobene Feier-tagsstimmung mit nachhause.

Die Pfälzer sind seltene Wallfahrer. Sie beten lieberstill und kurz und innig daheim. Auch vom Annaberge wollensie nachmittags alle wieder früh daheim sein bei ihrer Arbeit. Wer genau zusieht, findet auch, dafz die frommen Beter fastalle durch Gelöbnis und wegen besonderer Anliegen zumWallfahrtsorte kommen. Auf dem Annaberge sah ich manches