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Vortage das nötige Holz mit einem Handwagen von Haus zuHaus. Sie erhielten ein Scheit oder zwei, öfter eine Welle, einRebenhäsel oder auch zwei „Rebehäslich"; bisweilen auch Geld,wo das Holz fehlte. Absage brächte Spott und künftiges Un-glück. — Nach dem Nachtessen zieht das ganze Dorf, vor allendie Dorfjugend beider Geschlechter zum Brandplatze. Alle um-stehen dort das kreisrund, hoch urd spitz aufgehäufte Holz, dasbei Einbruch der Dunkelheit angezündet wird. Alle jubeln laut,wenn es rasch und heftig prasselnd anbrennt, wenn die Flammehell und hoch emporlodert; denn das bedeutet Glück für die ganzeGemeinde, Glück auch für jeden Einzelnen. Das G'hansfeuerbewahrt ja Menschen und Haustiere vor Seuchen und vor ver-heerenden Krankheiten. — Wenn die Flamme sich senkt, ver-suchen zuerst einzelne Burschen darüber zu springen. Darnachwagen auch befreundete Paare Hand in Hand den Sprungdurch das Feuer. Das mehrt die Liebe, bringt glückliche Ehenund Kindersegen. So hoch sie springen, wächst der Flachs.Man erzählt, dafz früher auch das Grofzvieh durch das G'hans-feuer getrieben wurde zum Schutze gegen Seuchen. — Zuletztwerden die Kohlen und die Asche des Johannisfeuers auch aufdie Aecker gestreut. Dazu hört man bisweilen den Spottvers:„Ist's nicht gut gegen Ratten und Maus, — So ist's doch gutgegen Flöh und Laus."
Der G'hanstag ist auch ein Gedenktag für Liebende.Paare, die miteinander vor den Augen aller über das G'hans-feuer gesprungen sind, gehören für immer zusammen. — „G'hans-feuer" ist auch ein Beiname für feurige, lebensfrohe Mädchen.Das G'hansbübel, d. h. der rotgelbe Siebenpunkt, unddie leuchtenden Johanniswürmchen sind im VolksglaubenGlückbringer. Man darf sie nicht quälen und nicht töten. Ebensonicht den gelbgefleckten Molch oder Feuersalamander.Das brächte Unglück und Tod. Kinder setzen den Siebenpunktoft auf den Handrücken, hauchen ihn an und singen: „G'hans-bübel, flieg in de' Himmel! — Hol mer en Stückel Käsebroutf"—■ Vom Feuersalamander sagt man: Er geht unverletzt durchjedes Feuer. Schreit er, dann gibt es Regen. Quält man ihn,dafz er schreit, dann mufz jemand im Hause dafür sterben.
Nach dem hl. Johannes werden auch mehrere Pflanzen, dieum den Johannistag blühen, und die nach dem Volksglaubenheil- und zauberkräftig sind, Johanniskraut genannt. Sovor allen das gelb blühende Hypericum perforatum mit seinenrund durchstochenen, grünen Blättchen; dann das kriechende
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