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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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herrlichen Marienliedern:Geleite durch die Wellen DasSchifflein schlei und mild", etc. sie haben uns Dorfkinder, be-sonders die Mädchen, fast alle von Jugend auf zu begeistertenMarienkindern" gemacht. Jetzt drückt die Fülle; denn jetzttrifft auf jeden Sonntag-Nachmittag eine andere Bruderschafts-andacht: Am ersten Sonntage jedes Monats ist: Herz Jesu-; amzweiten: Herz Maria-; am dritten: Armenseelen-; am vierten:Sakramentale Bruderschafts-Andacht. Sie alle sind nach demneuen Gesangbuche des Jesuiten Mohr ungemein ernst undweihevoll, aber für unsere alten, schönen, pfälzischen Kirchen-lieder und Vesperpsalmen ist dabei selten noch ein Platz übrig.Darum fehlen jetzt oft die Männer.

Früher waren an allen Maisonntagen Wetterandach-ten. Ihre Lieder:Menschen pflanzen und begiefzen, das Ge-deihen gibt Gottes Hand", undStrenger Richter aller Sünden,Gott erbarm dich über uns", etc. bezeugen das. Sie sind auchheute noch so volkstümlich wie die Bittprozessionen und wieder Wettersegen, der jeden Sommer vom 3. Mai an bis zum14. September täglich nach der Messe in der Kirche gebetetund nach feierlichen Aemtern auch feierlich gesungen wird.Gedeihliche Witterung im Mai und im Sommer ist eben für denLandmann von höchster Wichtigkeit. Ohne sie verderben Obst,Wein und Getreide. Ohne sie fehlt auch das saftige Maifutterfür das liebe Vieh und die fette Maimilch und die Maibutterfür alle.

In die Zeit der ersten Blüten und mitten hinein in die hoff-nungsvolle Entwickelung von Gras und Klee, Laub und Blütenfallen oft plötzliche Witterungsumschläge und Maifröste,die den Segen und Arbeitsertrag eines Jahres zu vernichtendrohen. Darum ist der Bauer, der mehr als jeder andere Standvom Wetter abhängig ist, in jedem Jahre voll Angst und Sorge,bis die Eisheiligen vorüber sind: Pankraz, Servaz, Bonifazund die kalte Sophie, vom 12. bis zum 15. Mai. Ihre Tage fallennicht selten in die kirchliche Bittwoche vor Christi Himmelfahrt,die gedeihliche Witterung und Gottes Segen für die Feld-früchte erfleht.

Volkstümlich sind bei uns auch der hl. Florian und derh 1. U r b a n. Der hl. Florian, am 4. Mai, ist der Schutzpatrongegen Schadenfeuer. Darum hört man noch oft den halb scherz-haften, halb boshaften Reim:Heiliger sankt FlorianI Be-schütz' mein Haus, zünd' andere an!" Sankt Urban, am25. Mai, ist der Schutzheilige des pfälzischen Weinbaues. Sein

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