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hold ist, dem steckt man auch keine Maien". — Man geht auchnoch „maien", d. h. in Nachbarhäusern sich umsehen und sichdort freundlich ausplaudern.
Lebensmai und Jahresmai, Lenz und Liebe, ge-hören natürlich auch im Volkstume zusammen. Sie finden ihrenAusdruck in den Volksliedern, in den alljährlichen Maikurenund Maiausflügen an den Maisonntagen und am Pfingstmontage,der ein volkstümliches Maifest geblieben ist.
Zu den Schalmeien und Rohrpfeifen, zu den geringelten,d. h. halbgeschälten Maistecken und Maisträufzen, die von dermännlichen Jugend an schönen Maimorgen bei ihren „Mai-kuren" vor Tag im Walde geholt werden, bringt der Lenz injedem Jahre noch viele andere Blumen und Liebesboten in dieHäuser, in die Kirchen und auf die Gräber im Friedhofe:Sträufzchen und Kränze von Märzveilchen und Märzäselchenoder Marienblümchen, von Gelbveilchen, Rosen und Fliedern,von Margretchen, blühenden Gräsern und Vergißmeinnicht.Und alle Mädchen verstehen schon frühe die oft sehr feinsinnigeBlumensprache, die stets zart und sinnreich ist, und die anInnigkeit und Gedankenreichtum wetteifert mit unseren vielen,schönen, frohen und wehmütigen Volksliedern und Liebes-liedern. — Wer den süfzen Duft und den zarten Sinn dieserBlumengrüfze, den bezaubernden Klang der gefühlvollen Heimat-lieder einmal eingeatmet, gefühlt und recht verstanden hat, derkann sie nicht mehr vergessen, wie alt und heimatfern er auchwerden mag. Daher die oft rührende Heimatliebe und das tief-innige Heimweh vieler Dorfkinder nach ihrem entschwundenenJugendleben und Heimatglücke. Gesundes Volkstum, Jugend-und Maienglück sind drei starke Bänder, die uns alle mit unsererHeimat unlösbar verbinden. „Das Blatt im Buche" von Anasta-sius Grün hat diese Gefühle am kürzesten und schönsten zumAusdrucke gebracht.
Kirchlich ist der Mai der hl. Jungfrau Maria geweiht.Das bezeugen auch die jährlich prächtiger geschmückten Mai-altäre in Kirche und Haus, die Maiandachten an allen Mai-abenden, besonders an den Maisonntagen, und die dabeiüblichen Lieder: „Kommt Christen, kommt zu loben; — Der Maiist froh erwacht", etc. und „Maria, Maienkönigin, dich will derMai begrüfzen". — Diese Maiandachten, und die Salve-andachten an allen Samstagabenden und die Herz-Mariä-Bruder-schafts-Andachten an jedem ersten Sonntage eines Monats mitallgemeinem Opfergange um den Hochaltar beim Klange der