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zehnlinden, sind solche altgermanische, heidnische Waldfrauen.
Diese Zauberfrauen und Kräuterfrauen, die Schäfer, dieZigeuner und andere Naturmenschen waren das ganze Mittel-alter hindurch bis heute die zähesten Vertreter und Verteidigerder alten Naturreligion und des vorchristlichen, frühgermanischenVolkstumes. Heute ist ihr Wirkungskreis aber sehr beschränkt,bei uns fast nur auf die Volksmedizin und Tierarztnei einge-schränkt. — Diesen Kreis überschreiten am öftesten noch dieZigeuner oder „d i e H ä r e", d. h. Heiden, die sich nirgends festansiedeln lassen. Da unsere Dörfer Gräfenhausen und Eufzer-thal im Queichtale solche wandernde Häreväter und Häre-mütter noch in ihren Bürgerlisten führen müssen, ist uns ihrLeben und Wirken, ihre Heilkunst, Weissagekunst und Zauber-kunst nicht unbekannt. Sie leben von ihrem Wissen und vonkleinen Handwerken, oft auch vom Mitleide anderer. Sie sindwandernde Schirmflicker und Kesselflicker, Scherenschleiferund Korbflechter, nicht selten auch Geiger und Gaukler. IhrVorspruch: „Ich armes Zigeuner hab' keine Heimat; im Strafzen-graben geboren; schenk mir was!" ist oft ehrlich gemeint. Un-begreiflich ist, dafz man von diesen Armen immer noch Weis-sagungen und Zauberkünste erwartet und verlangt.
Mit der Hexennacht des 1. Mai hat sich das altgerma-nische Frühlingsfest, im Norden der „Tag der Odinsfreite", beiuns „Balders Hochzeitstag", die Pholnacht, verbunden und imVolkstume unbewufzt erhalten. — So ist bei uns die ersteMainacht heute noch ein uraltes Fest der Liebenden ge-blieben. Darum gehen „die Borscht", d. h. die erwachsenenBurschen, in dieser Nacht mit Rötel und Kohlen oder auch mitFarbentopf und Pinsel heimlich an die Häuser ihrer Geliebtenund malen diesen je einen oder sogar mehrere Freier an dieHausecke. Mifzliebigen und unbeständigen Mädchen streut manauch Spreu vors Haus oder malt ihnen mehrere Mißgestaltenan die Wand. Kunstwerke sind diese nächtlich hingestrichenenMänner alle nicht. Deswegen stehen die Mädchen am 1. Mai-morgen sehr frühe auf um ihre „Freier" zu besehen und siemit Wasser und Bürste auszutilgen, bevor es Tag wird.
Die sonst noch vielfach übliche Aufpflanzung von Maienist am 1. Mai bei uns selten geworden. Maien steckt man jetztnur noch am Fronleichnamstage durchs ganze Dorf hin, dannalle fünf Jahre dem neuen Bürgermeister und Adjunkten amWahltage und angesehenen Paaren an ihrem Hochzeitstage-Doch ist das Sprichwort erhalten geblieben: „Wem man nicht
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