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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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teller der Kirche eingesegnet. Es gehört zur Ausstattung derFrau sogut wie ihr Ehering, ihr Rosenkranz und ihr Gesangbuch.Dazu kommt schließlich noch ihr Sterbekreuz, das sie bei einerMission oder Wallfahrt für sich weihen läfzt. Nach ihrem Todegehen diese goldenen Wertsachen an ihre Kinder und Enkelüber. Nur ihr Rosenkranz und ihr Sterbekreuz folgen ihr insGrab als Symbol ihres Glaubens, ihres Betens und ihres Duldens.

Im April ringen Sommer und Winter nochmals miteinander:Der April macht, was er will."Er ist unbeständig wieAprilewette r". Er schickt seineAprilebutze", d. h kalteSchnee- und Regenschauer. Doch bald darnach kommt wiederwarmer Sonnenschein. Wenn dann die dunklen Wolkenschattenüber die grünen Wiesen hinfliegen und an den Bergen hinauf-jagen, verfolgt von hellen, glänzenden Sonnenflächen, dannhelfen die Kinder der Sonne siegen: Sie singen immer wiederlaut:Schatte geh weg; die Sunn soll kumme!" Und dieSonne obsiegt endlich, aber dasAprilewetter" bleibt oft nochlange närrisch so wie die Menschen.

Spafzvögel schicken am I. April oft Kinder und harmloseLeute zu einem Nachbarn umSchnakefett" zu holen oder dasBratwurstmafz und für 5 PfennigBinichdumm" etc. Sieschicken die Leute in den April" und verlachen sie nachheralsA prilenarre" nach dem Sprichwort:Am ersten Aprilschickt man den Narren, wohin man will". Doch das erregt oftbitteren Aerger.

Auf Sankt Georgentag, am 23. April, endet das Narren-recht des Aprilwetters:Solang die Frosch vor Georgi schrei-gen, Müssen sie wieder nachher schweigen", sagt der Volks-mund und:Sind die Reben auf Georgi noch blott und blinn,Dürfen sich freuen Mann, Weib und Kinn". Auf Jergetagspätestens soll aber der warme Frühling endlich beginnen.Schon 14 Tage vor Georgi begann bei uns im Dorfe einst derherkömmliche Viehtrieb, die Frühjahrsweide, und dasSommergeläut; morgens eine Stunde früher, abendseine Stunde später.

Die Jergeblume, d. h. gelber Krokus, hilft als früheFrühlingsblüte beim Brauchen, d- h. beim Gesundbeten. Ver-bunden mit Zaubersegen hilft sie auch gegen das Frieren, gegenFieber und Schüttelfrost, gegen Haut- und Augenkrankheiten.

Um Georgi regt sich auch die Vogelwelt:Im April bautder Vogel sein Nest, wohin er will. Im Mai legt er sein Ei. -Im Juni fliegen die Jungen. Wuhin?" Auchder Kuckuck