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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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Zum Andenken und zur Teilnahme aller an Maria Ver-kündigung durch den Erzengel Gabriel werden im Dorfe täglichdreimal, morgens, mittags und abends, die Betglocken oderAveglocken geläutet undder Engel des Herrn brachteMaria die Botschaft" eto gebetet. Diese drei Glockenzeichenverkünden zugleich Anfang, Mitte und Schlufz des ländlichenArbeitstages.

Der Tag des hl. Benedikt, auf Frühlings Tag- undNachtgleiche, am 21. März, ist bei uns kein volkstümlicher Feier-tag mehr, aber der Segen des hl. Benediktus, die Benedik-tus-Kreuze, Benediktus-Medaillen und Skapuliere sindauch bei uns noch weit verbreitet. Letztere werden über undunter den Kleidern auf dem Leibe getragen zum Schutze gegenallerlei Gefahren und Uebel.

Auf der Vorderseite der Benediktusmedaille steht der hlBenedikt, gestorben 543; dabei die Umschrift: Crux S(ancti)P(atris) Benedicti. Auf der Rückseite steht ein Kreuz unddarin die Anfangsbuchstaben der Worte: C(rux) S(ancti) P(atris)B(enedicti). C(rux) S(ancta) S(it) M(ihi) L(ux). N(on)D(raco) S(it) M(ihi) D(ux). Um den Rand der Medaille stehendie Anfangsbuchstaben des Segens: IHS (d. h. Jesus); dann:V(ade) R(etro) S(atana), N(unquam) S(uade) M(ihi) V(ana).S(unt) M(ala) Q(uae) L(ibas). I(pse) V(enena) B(ibas). Indie Amulette und Skapuliere mit diesem Segen, auf Papier oderLeinwandstreifen geschrieben, sind oft auch blühend getrockneteKräuter und Benediktusdisteln eingenäht. Solche Amulettewurden 1866 und 1870 auch den zum Kriege ausziehendenSoldaten zum Schutze gegen Stich und Schufz noch mitgegeben.Jetzt sind sie seltener geworden.

Viel häufiger werden von Frauen und Mädchen dieMarienmedaillen getragen. Sie sind den Kleinen undden Grofzen ein Schmuck, ein Schutz und ein Bekenntnis-zeichen.

Die Frauen und grofzen Mädchen tragen überdies zu glei-chen Zwecken an Sonn- und Feiertagen fast alle ihrG o 1 -denesKreuzel" an einem goldenen Kettchen oder an einemSeidenbande um den Hals und als Schmuck auf der Brust. Esist zumeist ein Patengeschenk zum letzten Osterhas oder zurfeierlichen Kommunion am Weifzensonntage. Oft wird es auchals Firmungsgeschenk und als Brautgeschenk gegeben.

Das Brustkreuzehen der Frau wird regelmäfzig mit denbeiden Eheringen der Brautleute am Traualtare auf dem Lavabo-

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