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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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aus dem tiefen Kindeisbrunnen und tragen sie in die Häuser.Dabei picken sie aber der Mutter gerne ins Bein, sodafz diesezwei Wochen lang das Bett hüten mufz.

Wenn der Klapperstorch über die Häuser fliegt,ruft ihm daher oft das Kinderliedchen zu:Stroch, Storch, guter, Bring mir einen kleinen Bruder!" undStorch, Storch, bester, Bring mir eine kleine Schwester!" Die Väter und dieMütter aber sehen den Storch nicht so gerne, wenn er zu oftüber ihr Haus fliegt und jedesmal neue Sorgen und Bürden fürsie mitbringt. Doch sind ihnen die Kinder alle lieb, ja dasjüngste,das Nestquäckel", ist immer das liebste und die Elternsind zufrieden, wenn sie nur alle recht gedeihen,gesund undbrav und rechtschaffen bleiben".

Die Eltern schaffen gerne und opfern sich gerne für ihreKinder, oft sogar über ihre Kraft und Gesundheit hinaus, damitdiese gedeihen. Doch das Beste, was sie ihnen ins Leben mitgebenkönnen, sind immerihre geraden Glieder und ihre gesundenfünf Sinne". Dazu kommt natürlich auch die Sorge und Mit-wirkung, dafz sie brav lernen und sich tadellos betragen, sichkörperlich und geistig und seelisch gut entwickeln, sich baldselbst ernähren undsich gut versorgen", d. h. sich gut ver-heiraten hönnen. Einzelne Kinder werden leicht verzogen.Sie sinddie Augäpfel" und die Sorgenkinder ihrer Eltern undGrofzeltern, manchmal auchein Nagel an ihrer Totenlad".Viele Kinder erziehen sich leichter, wenn die ältesten einmalgut geraten sind.

M ariä Verkündigung bringt die Schwalben wieder-um. Maria Geburt jagt sie wieder fürt." So sagt das Sprich-wort und legt damit die Sommerzeit zwischen den 25. März undden 8. September. Die Schwalben selbst singen nach derVolksdeutung:Wenn wir fortgehen sind Kist' und Kasten, allesvoll. Wenn wir kommen ist's wieder leer!"

Mit den Schwalben kommt am 25. März auch der Frühlingund der Kinderjubel wieder in die Dörfer und der Vogelsangund die grofze Schar der lieben Sommervögel. Daruntersind auch die gern gesehenen Bachstelzen und die Rotschwänz-chen; denn wo diese nisten, können Blitze und Gewitter undFeuersbrünste nicht schaden. Zu gleichem Zwecke werdenauch Eulen und Schnepfen und andere gröfzere Vögel, dieman tot findet, als Abwehr am Scheuertor aufzen angenagelt undHauswurzstöcke, grüner Donnerbart, auf die Hausdächeiund Hofmauern gepflanzt.