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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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der der Heiligen liefern dürfen. Diese aber kümmern sich oft nichtum Volkstum und Kirchenlehre. Sie machen gegen die Kirchen-lehre aus dem guten, alten Nährvater Jesu einen jungen, kraft-vollen, feinfrisierten Mann mit vollem, dunkelbraunem Haupt-und Barthaare und mit blühenden Wangen, d. h. sie bilden nachnichtchristlicher Lehre den Gatten der hl. Maria, nicht ihrengreisen Beschützer nach katholischen Glaubenssätzen. Siebilden eine idealisierte weltliche Familie, keine JosephinischeEhe und auch nicht die hl. Familie.

Der hl. Joseph hat zwei Feste: Den Josephstag, am19. März, und die Festfeier zu Ehren des hl. Joseph, des Patronsder ganzen katholischen Kirche, am 3. Sonntage nach Ostern.Ihm wird darum auch der ganze Monat März geweiht.

Wegen seines seligen Todes in den Armen Jesu ist St.Joseph auch der mächtige Helfer zu einer glückseligen Sterbe-stunde. Seine Verehrung ist auch bei uns noch im Wachsen-

Dafz die Namensfeste der Heiligen auf derenTodestag gefeiert werden, nicht auf ihren Geburtstag, ist all-gemein bekannt und volkstümlich. Ausgenommen davon sindnur die hl. Jungfrau Maria und der hl. Johannes der Täuferwegen ihrer unbefleckten Empfängnis. Bekannt ist auch, dafzjedem Christen bei der Taufe mindestens zwei Beschützer bei-gegeben werden: Sein Namenspatron, oder auch deren mehrere,und sein Schutzengel. Darum feiert jedes Glied einer katho-lischen Familie in jedem Jahre mindestens zwei persönlicheFeste. Seinen Geburtstag und seinen Namenstag. Auchdadurch sind die meisten Heiligenfeste bis heute bei uns volks-tümlich geblieben. Bei den Protestanten hat der Geburtstagden Vorzug bekommen und fast alleinige Bedeutung. Bei denKatholiken gelten beide Tage, Geburtstag und Namenstag einesKindes gleichviel und zwar soviel, als liebevolle Eltern undfeinfühlige Familienangehörige zur Freude der Ihrigen, zur Ver-tiefung und Erwärmung des Familienlebens daraus zu machenverstehen.

Auf einige volkstümliche Heilige und Heiligentagedes Winters und des Vorfrühlings habe ich oben bereits hinge-wiesen. Daran schliefzen sich hier noch einige andere für unserVolkstum wichtige Heiligentage. So: Sankt Gregor, am12. März. Er führt uns die Störche zurück, die Glück und jungesLeben bringenden Frühlingsboten. Wo sie nisten, bleibt dasHaus verschont von Feuersbrunst und Blitzschlägen. Sieholen mit ihren langen Schnäbeln auch neue Menschenkinder

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