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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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sind durch das neue Gesangbuch teilweise wohl kirchlicher undernster, aber viel weniger volkstümlich vertont und gestimmt.

Echt volktstümlich blieb aber die Fronleichnams-prozessipn, besonders in den Dörfern. Die Strafzen werdendazu mit frischem Laub, mit Gras und Blumen längshin bestreut.Die Häuser werden alle mit Maien, d. h. mit grünen Buchen undblühenden Akazien umstellt, mit Kränzen aus Feldblumen undEichenlaub, mit Fahnen, Statuen und hl. Bildern reich geziert.- - Am Prozessionswege werden in annähernd gleichen Ab-ständen vier Baumaltäre aufgeschlagen. Es sind vier-eckige, grüne Zelte, die innen an drei Seiten mit weifzenTüchern ausgeschlagen und mit hl. Bildern behängt werden.Die Vorderseite bleibt offen als Eingang. Innen steht vor derRückseite ein viereckiger Tisch und darüber ein Aufsatz, ganzmit weifzer Leinwand bedeckt. Darauf müssen Blumensträufzeund Kerzen und die Monstranz aufgestellt werden können;denn an jedem Altare wird halt gemacht, die Monstranz mit demAllerheiligsten abgestellt, ein Evangelium und einer der vierSegen gesungen; zuerst:A fulgure et tempestate; dann: A peste,fame et bello; dann: A subitanea, improvisa et perpetua morte;zuletzt: Ab omni malo. Libera nos Domine" etc. Darnach wirdjedesmal der Segen mit dem Allerheiligsten gegeben und vomganzen Volke auf den Knieen unter demütigen Gebeten schwei-gend empfangen. Alles glänzt und duftet weithin und heiligerGottesfriede liegt über dem Dorfe und seinen Bewohnern.

Die Prozession hat ihre gewöhnliche Aufstellung:Die Jugend geht voran, getrennt nach Geschlechtern undLebensaltern. Der Geistliche mit dem Allerheiligsten unter demTraghimmel und seine nächste Umgebung bilden die Mitte desfestlichen Zuges. Um den Traghimmel stehen zunächst dieMefzdiener mit Rauchfafz, mit Standarten und Schellen; weifzgekleidete und festlich bekränzte Mädchen mit Laubkränzen,Blumenkörbchen und Lilien in den Händen; dann zwölf Männermit Gewehren als Ehrenwache, je sechs auf jeder Seite. Daranschliefzt sich die Gemeindeverwaltung und die Kirchenverwal-tung. Den Schlufz bilden alle anderen Männer und die Frauendes Dorfes je zwei und zwei in langer Reihe; denn dabei wiilniemand fehlen. Vom letzten Altare zieht die Prozession unterden Jubelklängen des VolksgesangesGrofzer Gott, wir lobenDich!" in die Kirche zurück. Dazu läuten die Glocken, dieMefzdiener klingeln mit ihren Schellen, Gewehre und Böller-schüsse krachen, jung und alt stimmt laut in den Lobgesang ein.

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