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Am Nachmittage nach der feierlichen Vesper ist gewöhn-lich eine Reunion, ein weltliches Volksfest im Freien oderin einem grofzen Saale, mit Wirtschaft, Reden und Volksge-sängen, auch mit stimmigen Liedern des Kirchenchores.
Auch während der Festoktav ist jeden Morgen feier-licher Gottesdienst, jetzt mit dem römischen Segen, einst mitdreimaligem feierlichem Segen. Am Schlüsse der Oktav istnochmalige Prozession in der Kirche oder wenigstens feierlicheSchlufzandacht, zu der nochmals alle Mädchen in weifzen Klei-dern und mit Blumenkränzen erscheinen.
In der Filialkirche wird die Fronleichnamsprozession regel-mäßig am Sonntage in der Oktav mit der gleichen Feierlichkeitnachgehalten.
Unter den Laub- und Blumenkränzen, die am Fronleich-namstage die Strafzen überspannen, befanden sich bei uns inRamberg seit vielen Jahren jedesmal auch „O stereier-kränz e", d. h. Kränze von ausgeblasenen und gefärbtenEierschalen, auf lange Schnüre gezogene Eierketten. Sie er-innern an den Gründonnerstag, an dem die Ostereier gefärbtwerden, an dem auch das hl. Abendmahl eingesetzt wurde, andem aber wegen der Kirchentrauer in der Karwoche dasjubelnde Fronleichnamsfest nicht gefeiert werden kann.
Dafz die Fronleichnamssegen an den vier Baum-altären, entsprechend dem Wortlaute der zugehörigen Gebete,sich auch weithin über Dorf und Flur, über Menschen, Tiereund Pflanzen wirksam ausbreiten, ist nach dem Volksglaubenselbstverständlich. Besondere Weihe und Heilkraft erhalten aberdie Liebstöckel, die in den vier Ecken der vier Strafzen-altäre aufgelegt und dort durch die Nähe des HochwürdigstenGutes besonders geweiht werden. Bei Halskrankheiten undFiebern etc. wird daher durch ihre hohlen Stengel der heifze,heilkräftige Tee und Absud gerne eingesogen.
In der Fronleichnamsoktav ist bei uns und weithin in derPfalz auch eine Volkswallfahrt zu Fufz, neuerdings auchmit der Eisenbahn, üblich „nach Walldürn zum hl. Blut". Dortsoll einmal ein zweifelnder Priester den konsekrierten Kelchumgestoßen haben. Da sei der Wein auf dem Altartuche zuBlut geworden. Christi Haupt sei in der Mitte und rings um das-selbe ein Kranz von 11 Apostelgesichtern herausgewachsen.Dieses Wunder sei in Walldürn jetzt noch sichtbar. Es wirdauch in Nachbildungen von dort auf roten „Blutfähnchen"von den Wallfahrern überallhin verbreitet. Auch
unsere