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schliefzt unser Volk jedes Gebet und jede wichtige Arbeit, jedenTag und jeden Segen. Ihr Bild hängt in vielen Häusern, liegtin vielen Gebetbüchern. — Auch von den Honigbienen sagtman, dafz Schwärme, die am Dreifaltigkeitssonntage ausfliegen,ihre Waben in Kreuzform bauen. Schwärmen die Bienen amFronleichnamstage, dann bauen sie eine Monstranz in ihremKorbe.
Das Fronleichnamsfest am Donnerstag nach Drei-faltigkeitssonntag, zehn Tage nach Pfingsten, ist ein Fest derFreude und des Jubels, ein frohlockendes Bekenntnis des Glau-bens an den in Brotsgestalt verhüllten Gott und Heiland in derhl. Hostie. Das Fest wurde zuerst 1246 im Bistume Lüttich, imJahre 1264 aber vom Papste Urban IV. in der ganzen Kircheeingeführt. Der hl. Thomas von Aquin hat das herrliche Offi-zium und den Text der Messe dazu verfafzt: „Er speiste sie mitdem Marke des Weizens" etc.
Weil die hl. Eucharistie als Opfer in der hl. Messe und alsSakrament in der hl. Kommunion den Mittelpunkt der christ-lichen Religionsübungen und der Gnadenmittel bildet, wurdedas Fronleichnamsfest und die damit verbundene feierlicheProzession durch die Strafzen der Gemeinden bald äufzerstvolkstümlich. Die Kirche und die Gemeinden erstreben dabeidie gröfzte Verehrung und würdige Prachtentfaltung. Die Farbedes Festes und seiner Oktav ist weifz. Es ist die Farbe derFreude und des Lichtes.
Am Fronleichnamstage werden alle Kirchen und Altäremit Maien und frischen Blumen reich geschmückt. Die Gebeteund Segen am Altare, die gesamte Liturgie und die festlichenLieder, die deutschen und die lateinischen, gehören nach In-halt und Melodie zu dem Schönsten und Erhabensten, was jefür den Gottesdienst geschaffen worden ist. Es ist ganz un-möglich aus der reichen Fülle hier auch nur einen kurzenAuszug und Umrifz zu geben. Jedes katholische Gesangbuchbietet sie.
Der echt pfälzische Jubel aber, der einst in demvon der ganzen Gemeinde gemeinsam gesungenen „Lauda Sionsalvatorem" und in den drei feierlichen sakramentalen Segen:„Ecce panis angelorum" etc. zum Ausdrucke kam, ist jetzt durchden lateinischen Choral und durch den stimmigen Gesang, auchdurch den unfeierlichen römischen Segen etwas gemindertworden. Auch die alten, deutschen sakramentalen Jubellieder