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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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Statt dessen begnügt man sich jetzt zumeist mit einem vor-nehmen Patengeschenk, das gefordert wird zur Hebung derEitelkeit oder zur Ausstattung.

Der Pfingstsonntag war einst ganz dem Gottes-dienste und der Feiertagsruhe geweiht gleich dem Ostersonn-tage und dem ersten Weihnachtsfeiertage. Erst am Pfingst-montage nach der hl. Messe begannen die weltlichen Pfingst-feiern, gesellschaftlicheMaiausflüge" und Waidfeste mit Ge-sang und Tanz im Freien. Die Buben und Mädchen schmücktensich dabei mit Laubkränzen und Blumen und Efeu

Ein altes Volkstum an Pfingsten und um Pfingsten sindauch dieM a i k u r e n", d. h. Maiausflüge in den Wald imfrühesten Morgengrauen- Man wiederholt sie bei schönemWetter auch nach Pfingsten, doch nur an den Mai-Sonntagenund -Feiertagen. Die Ausflügler kommen nach einigen Stun-den zum Frühstücke und Frühgottesdienste wieder nachhausezurück. Sie machen sich im Walde Pfeifen, Huppen und Schal-meien aus Salweiden, Kastanienrinde und Eichenrinde. Siebringen auch Laub und geringelte Haselstecken mit und Blumen-sträufze: Maiblumen und Blätter, Kuckucksblumen oder Anemo-nen, blaue Glocken, Vergifzmeinnicht und blühenden Ginsterin seiner ersten, goldgelben Pracht. Die Mädchen ordnenzuhause diese Maisträufze ihrer Brüder und Liebhaber und ver-mehren sie mit Gelbveilchen und blühendem Flieder undanderen Gartenblumen. Dann stellen sie dieselben in Wasser-gläsern und Vasen auf den Frühstückstisch oder auf ihr Mai-altärchen in der Herrgottsecke der Wohnstube oder auf denMaialtar, d. h. auf den Marienaltar in der Kirche. Sie tragendavon oft auch selbst kleine Maisträufzehen an der Brust oderüber ihrem Gesangbuche mit in die Kirche als Sonntags-schmuck.

Der Pfingstquack oder Pfingstbutz, der am Pfingst-montage in Schaidt und anderen Dörfern des Bienwaldes geputztwird, der dann durch die Dorfstrafzen zieht, von grünem Laubund blühendem, gelbem Ginster umkleidet, wird im Queichtalenicht mehr aufgeputzt. - In den Dörfern der Sickinger Höheaber, wo die Pferdezucht blüht, reiten die jungen Burschen vorSonnenaufgang in den Wald, schmücken sich und ihre Pferdemit Laub und Ginster, schmücken auch den Pfingstquack undreiten dann zu ihrem Dorfe zurück. Dort führen sie den Quackvon Haus zu Haus und heischen für ihn Gaben in Geld, Speckund Eier. Die Ginsterzweige gelten nach dem üm-

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