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zuge als zauberkräftig und werden darum an der Stalldeckeoder unter dem Hausdache verwahrt wie bei uns der Würz-wisch. *)
Auch im Queichtale gelten „b h ü h e n d e B r e m e n" wegenihres bitteren Geruches und Geschmackes und infolge alten Her-kommens mit ihren „Hühner- und Hahnenblüten" als wirksameMittel gegen Hexen und Ungeziefer. Darum breiten arme Leutejährlich grofze Bündel davon unter ihr Bettstroh. Sie fertigenauch Besen aus abgeblühten Bremen zum Hausgebrauch undzum Verkauf. Der rechte „Hexenbesen" aber besteht beiuns nicht aus Bremen, sondern aus Birkenreisern und hat siebenRinge aus jungen, weifzen Eichenholzbinden. — BlühendeBremen verwendet der Bauer auch als Stallstreu, obwohl siesich dazu schlecht eignen; denn sie machen das Lager derTiere nafz und übelriechend und sind auch im Dunge storrigund minderwertig.
Am Samstage nach Pfingsten schliefzt der eigent-liche Osterfestkreis und damit die erste Hälfte des Kirchen-jahres. Sie hat uns vom Advente bis Pfingsten das Leben undLeiden des Erlösers, seinen Tod, seine Auferstehung und Him-melfahrt, dann die Sendung des hl. Geistes und damit die Stif-tung der Kirche Christi vor Augen geführt. Daran schlofz sichvon jeher bei uns ein reicher, fast ununterbiochener Kranzuralten Volkstumes, den ich bisher darzustellen versuchte. Dafzdarin altes, kirchliches Volkstum und noch ältere Reste altengermanischen Volkstumes unzertrennlich mit einander ver-bunden sind, wird wohl niemand bezweifeln können, der dieserDarstellung folgte und unsere deutsche Kulturgeschichte kennt.Diese beiden Teile nun auseinander zu reifzen, zu zerlegen undkulturgeschichtlich zu begründen, sie auf ihre ältesten Anfängezurückzuführen, das kann meine weitere Aufgabe hier nichtsein; das mufz der vergleichenden Volkskunde und der ver-gleichenden Kulturgeschichte überlassen bleiben. Ich habe hiernur das bei uns erhaltene und auch von mir miterlebte heimischeVolkstum im Zusammenhange mit dem Kirchenjahre zu schil-dern und vorzuführen übernommen. Auch das ist eine wichtige,notwendige und vielseitige Aufgabe, die allen anderen voraus-gehen mufz.
*) Vergl. auch ßeyschlag, Volksglaube beim Pfingstquack, PfälzischesMuseum 1926 S. 58.