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feuriger Zungen vom Himmel auf die Apostel und Christi Mutterherabgekommen ist.
Am Pfingstsamstage wird wie am Karsamstage inder Kirche frisches Wasser geweiht. Das Pfingstwasserwird wie das Osterwasser in Flaschen und Krügen nachhausemitgenommen und dort auch wie dieses verwendet.
Wie am Karsamstage so wird in der P f i n g s t v i g i 1 beimGloria in der Kirche mit allen Glocken und Schellen der Feier-tagsjubel angeläutet.
Während der Pfingstoktav beten Volk und Kircheganz besonders um die sieben Gaben des hl. Geistes. Der hl.Geist wird ebenso wie Gott Vater und Gott Sohn das ganze Jahrüber täglich von allen angerufen: Von den Kleinen vor jederSchulstunde, von den Grofzen vor jedem Gebet, vor jeder Pre-digt, vor jeder wichtigen Entscheidung und Arbeit, die beson-derer Ueberlegung bedarf. Der hl. Geist hat den ApostelnWeisheit, geistige Kraft und Sprachengabe verliehen. SeineErleuchtung scheint dem Volke auch heute noch in Kirche undStaat, im privaten und öffentlichen Leben täglich und für alleunentbehrlich. — Unter den volkstümlichen N o v e n e n , denneuntägigen Andachten zu Gott und zu einzelnen Heiligen umHilfe und Beistand in besonderen Nöten und Anliegen, sinddarum die Novenen zum hl. Geiste wohl die häufigsten.
Pfingsten bringt auch die Tage der Firmung, die allenSchulentlassenen durch die Salbung mit Chrisam und durch dieHandauflegung des Bischofes die Kraft und die Gnaden deshl. Geistes vermitteln soll. Darum werden neun Tage zu\orauch in den Kirchen von den Firmlingen und für dieselbenöffentliche Andachten zum hl. Geiste gehalten. — Die Fir-mungstage selbst sind öffentliche Festtage in den Familien undin den Gemeinden. — Die Firmlinge tragen bei ihrer Firmungdieselben Kleider wie bei ihrer feierlichen Kommunion.
Wie bei der Taufe jeder Täufling seine Taufpaten habenmutz, so bekommt jeder Firmling seinen Firmpaten, dasMädchen seine Firmpatin. Diese Paten treten in ein geistigesVerwandtschaftsverhältnis zu ihren Patenkindern. — Die Patenübernehmen die Pflicht die religiös-sittliche Erziehung ihrerPatenkinder zu überwachen und diese auf dem Tugendwege zuerhalten. Das scheint heute vielfach in Vergessenheit zugeraten, obwohl es zur Erhaltung des gesunden Volkstumesnötiger wäre als je die Patenpflichten gewissenhaft zu erfüllen.