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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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Schar, je einenKreuzerweck" oder Lickweck zu kaufen.Wer nicht weife, wie köstlich diese Wecke nach langer Andachtschmecken, der weifz wohl auch nicht, wie eng beide Gebieteunseres Volkstumes, Kirche und Welt, Leib und Seele zusam-mengehören. Er versteht wohl auch nicht die kindliche Freudean diesen alten Volksbräuchen und auch nicht die Trauer derer,die trotz dieses schönen, alten Volkstumes vom Bittgange hungrig,ohne ihren Kreuzerweck bekommen zu haben, wieder heimziehenmüssen.

Aeufzerst wichtig ist für das Landvolk, dafz in der Bittwochekein Nachtfrost einfällt und kein Regen auf Christi Himmelfahrt.Dieser ersäuft das Obst, besonders die blühenden Nüsse.Jener zerstört die zarten Gemüse und die frühen Feldfrüchteund bringt oft Hungersnot im Frühsommer. Darum kommen dieGebete und Gesänge der ländlichen Waller während der Bitt-woche zumeist aus tiefstem Herzen.

Ebenso ist es auch bei der Flurprozession amMarkustage, am 25. April. Diese geht mit Kreuz und Fahnenvon der Kirche aus rings um die alte Gemarkung des Dorfesund ruft des Himmels Segen und Fruchtbarkeit auf sie herab.Sie fleht auch inständig um gedeihliche Witterung für all diemühsam angepflanzten Saaten und Feldfrüchte zur Nahrungfür Menschen und Tiere.

Auf den Donnerstag in der Bittwoche fällt das hohe, freudigeFest Christi Himmelfahrt. Die Prozession am Morgenzum feierlichen Hochamt in der Pfarrkirche erinnert an denZug Christi und seiner Jünger durch Jerusalem zum Oelberge,wo er vor aller Augen zum Himmel auffuhr. An vielen Ortenunterbleibt diese vierte Prozession, da sie nicht mehr zu den Bitt-tagen gehört.

Das Fest Christi Himmelfahrt ist wegen seiner religiösenWichtigkeit duplex erster Klasse mit Oktav. Seine Farbe istweifz. Seine Oktav ist zugleich die Vorbereitung auf dieSendung des hl. Geistes am Pfingstfeste, das 10 Tage nachChristi Himmelfahrt zwei Tage lang gefeiert wird, ebenso wieWeihnachten und Ostern. Früher dauerten diese drei Haupt-feste je drei Tage lang, von Samstagabend bis Mittwoch.

Pfingsten hat seinen griechischen Namen nach den50 Tagen, die seit Christi Auferstehung am Ostermorgen ver-flossen sind. Die Festfarbe von Pfingsten ist rot wie Feuer-fl.ammen, weil am ersten Pfingstfeste der hl. Geist in Gestalt

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