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Am Weifze'nsonntagmorgen versammeln sich dieNachtmahlkinder mit ihren Eltern und Geschwistern, Paten undKerzenträgern vor dem Schulhause. Dort werden sie nach ihrerGröfze hintereinander aufgestellt, die kleinsten Buben voran, diegröfzten Mädchen zuletzt, jedes mit seiner Kerze und seinemKerzenträger an der linken Seite. Dort werden sie dann infeierlicher Prozession, mit Kreuz und Fahnen, abgeholt, vomGeistlichen mit Weihwasser und Weihrauch eingesegnet undunter Gebeten und Gesängen des Kirchenchores und der ganzenGemeinde zur Kirche geleitet.
Dabei ist in Burrweiler und auch sonst noch mehrfach inder Pfalz ein Mefzdiener als „der gute Hirt" gekleidet, derseine Schäflein auf gute Weide führt. *) Diese gute Weide isteben das allerheiligste Altarssakrament, in dem Christus dieMenschenseele wunderbarer Weise mit seinem Fleisch undBlute nährt, und zu dem die Kommunikanten geführt werden.Auf dieses Geheimnis des Glaubens weist auch das Festevange-lium des Weifzensonntages hin: „Weil du mich gesehen hast,Thomas, hast du geglaubt; selig sind, die nicht sehen und dochglauben". In diesem Glauben an die geheimnisvolle Seelen-speise singt die Gemeinde mit den Kommunionkindern bei ihrerProzession zur Kirche und zu ihrer ersten feierlichen Kommuniondas fromme Hirtenlied : „Guter Hirtel Willst du nicht —Deines Schafleins dich erbarmen — Und es treu nach Hirten-pflicht — Tragen heim auf deinen Armen? — Willst du.michnicht aus der Qual — Holen in den Freudensaal?" etc.
Der Festgottesdienst am Weifzensonntag und dieErstkommunion der Kinder ist immer hochfeierlich und tiefergreifend, sodafz jedesmal viele stille Tränen der Eltern undKinder und Angehörigen die Augen und Wangen feuchten. —Das wiederholt sich auch am Nachmittage in der Vesper, wenndie Kommunionkinder sich alle mit brennenden Kerzen um denAltar oder um den Taufstein stellen und dort zum erstenmaleselbständig, laut und feierlich vor der ganzen Gemeinde ihr„T a u f g e 1 ü b d e" ablegen und erneuern.
Der Priester fragt sie dabei heute noch, wie ihre Urvätervor tausend Jahren gefragt wurden: „Widersagt ihr dem Teufelund allen seinen Werken und aller seiner Hoffart? Widersagtihr der Eitelkeit dieser Welt und der sündigen Lust des Flei-sches? Glaubet ihr an Gott, den allmächtigen Vater?" etc. Sie
*) Vergl. Dr. Albert Pfeiffer und seine Abbildung im Pfalz. Museum1926 S. 64 f.
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