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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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grofzen, braungelb gebackenen Osterhasen aus weifzem Kuchen-teig, der bei uns zumeist einen kleinen Reiter aus gleichemTeige auf seinem Rücken trug und ungefähr ein Pfund wog.Die Mädchen bekommen anstatt dieses Osterhasen einegleich schwere, braungelb gebackene Osterpuppe ausKuchenteig, grofz und stattlich, doch ungegliedert, mit jeeinem gleichartigen Püppchen auf dem linken Arme, manchmalauch mit zwei Kindchen auf beiden Armen links undrechts. So beschenkt ziehen die Glücklichen nachhause, mitihrer oben zugeknüpften Eier-Salvet in der Rechten, mit demOsterhasen oder der Osterpuppe über dem linken Arme ander Brust.

Für die Männer ist am ersten Ostertage kein Wirts-hausbesuch üblich. Nach dem feierlichen Hochamte erhaltensie ihre Ostereier am Familientisch. Die im Hause frisch ge-legten Gründonnerstags- und Karfreitagseier werden von derHausfrau mit Zwiebeln und flachen, braungelb gebratenenSpeckschnitten in offener Pfanne gebacken und als zweitesFrühstück vorgesetzt. Dazu wird Brot nach Belieben gegessen.Wo es im Hause zu haben ist, wird auch ein Glas Obstweindazu getrunken.

Nachmittags ist es üblich, dafz alle Familien, auch dieMänner im Hochzeitsrocke und die Burschen im besten Ge-wände in die Festvesper gehen. Die Frauen und Mädchen kom-men auch an allen anderen Sonntagen regelmäßig dahin. Nachder Vesper, um 4 Uhr, gibt es in der Familie gemeinsamenKaffee mit Osterkuchen. Darnach ruht man gemütlich aus,raucht und plaudert. Die Kinder spielen mit ihren Osterhasen.Burschen und Mädchen gehen ein wenig spazieren auf derDorfstrafze. Abends gehen alle frühzeitig schlafen; denn längereBettruhe gehört auch zum volkstümlichen Begriff von hohen,kirchlichen Feiertagen.

Der Ostermontag wird mit Gottesdiensten und allge-meinen Kirchenbesuchen gefeiert wie alle Sonntage. Wer dadie Messe versäumt, macht sich allemal einer schweren Sünde,einer Todsünde schuldig. Darum beginnen die ländlichenSonn- und Feiertagsausflüge alle erst nach der Frühmesse.

In Fi 1 ia 1 or t e n, die so wie Dembach eine Kirche aberkeinen eigenen Pfarrer haben, ist an allen Sonn- und Feiertagenmorgens Binationsgottesdienst, während der Woche einmal oderzweimal Schulmesse. Die Sonntagsvesper, das Salve am Sams-tagabend und die Miserere-Andachten in der Fastenzeit hält da

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