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tag des Kirchenjahres, das auf Ostern seine Ordnungund Zeitbestimmung gründet.
Ostern hat seinen Namen von der vorchristlichen, deutschenFrühlingsgöttin O s t a r a, der Göttin des aufsteigenden Lich-tes, des strahlenden Morgens. An ihre Stelle trat, in höheremSinne, die christliche Auferstehung, der auferstandene Heiland,dem jetzt das Osterlied entgegenjubelt: „Preis dem Todesüber-winder!" etc. und das jauchzende: „Wie herrlich strahlt dasMorgenrot! — Das Leben siegt, es flieht der Tod. — Das Grabist leer, die Wache weicht, — Der Seraph jubelt, Satan schweigt.— Alleluja, Alleluja. —■ Die ganze Schöpfung ist entzückt, — Dasie den Menschensohn erblickt, — Wie er, der starr im Grabelag, — Mit Macht des Todes Fessel brach. — Alleluja, Alleluja!"
Der Priester tritt an Ostern in feierlichen, weifzen Mefzge-wändern zum Altare, der mit vielen Kerzen und jungem Grün,mit Blumen und Fahnen festlich geschmückt ist. Ihm gehenheute acht Mefzdiener voran anstatt der sonstigen zwei odervier Chorknaben. Zwei tragen Standarten, zwei Rauchfafz undWeihrauchschiffchen, zwei dienen ihm als „Leviten" und zweials Altaristen. Alle sind in Chorkleidern weifz und rot, säuber-lich und festlich geschmückt. Auch die ganze Gemeinde kommtan Ostern in den allerbesten Festtagskleidern zur Kirche. Vielehalten auch innerliche Auferstehung. Sie gehen zur Oster-kommunion.
Bei der Opferung während des Hochamtes ist feier-licher Umgang der ganzen Gemeinde um den Hochaltarwie an Weihnachten, Pfingsten und Maria Himmelfahrt. Voranschreiten mit brennenden Kerzen und mit ihren Amtsschärpengeschmückt der Bürgermeister und der Adjunkt der Gemeinde.Ihnen folgen in langer Reihe einzeln zuerst alle Männer undJünglinge, dann alle Mädchen und Frauen. Jedes legt einkleines Geldstück als Festopfer auf die Epistelseite des Altaresnieder.
Nach dem feierlichen Hochamte dürfen alle Schulkinderbis zum 13. Lebensjahre ihren Osterhas holen bei ihrenTaufpaten. Sie kommen sauber gewaschen und festlich geputztmit einer weifzen „Salvet", d. h. mit einer Leinwand-Serviettein den Händen zum Patenhaus und grüfzen: „Gute Morge,Petter un Götel, hot der Has gelegt?" Die Antwort mufz lauten:„Ja, er hat für dich gelegt"; denn jedes Patchen erhält nachdem Herkommen vor allem sechs farbige Ostereier, rote undgrüne, blaue und gelbe. — Dazu erhalten die Buben einen