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von der Jugend umjubelt, von den Erwachsenen mit kleinenGaben beschenkt. Da sie nur langsam laufen konnten und nichtin die Häuser gehen durften, galt es als geizig und unnobelihnen auf der Strafze ohne Gabe auszuweichen oder zu entfliehen.
Die Flüchtigen aber wurden von den zwei „R u fz e -butzen" verfolgt und gepfändet. Diese waren zwei behendeBurschen von 18—20 Jahren, die an ihren Händen und Ge-sichtern rufzig-schwarz und ihrem Namen entsprechend alsSchornsteinfeger verkleidet waren. Sie trugen rufzige Kleiderund Rohrstiefel, einen Strick und Strohwisch auf dem Rückenals Felleisen, einen schwarzen geknickten Zylinderhut auf demKopfe. Ihre Waffe war ein Spiefz, eine lange, schwarze, obenspitze Stange, an der ihr schmutziger „Spüllumpen" hing. Diesenschleuderten sie den Flüchtenden nach. Sie machten aber zumScherze auch viele, ja fast alle schwarz, die ihnen freiwilligihren Tribut zahlten, am liebsten die sauberen und rotwangigenMädchen.
In die Häuser durften auch die Rufzebutzen nicht eindringen.Wer ihnen dorthin entfloh, konnte sie ungestraft durch dasFenster necken und auslachen. Doch war es Sitte sich mit je5 bis 10 Pfennig bei jedem für den Sommertag frei zu kaufen.Nur die kleinen Buben und Mädchen waren steuerfrei. Wennsie aber allzu keck und zudringlich wurden mit ihren derbenSpottliedern: „Rufzebutze, gräusel Mäusel, frefz', was der Hundseh . . ." etc., dann wurden auch sie mit den rufzigen Händenund mit den nassen Spüllumpen gehörig verwaschen undschwarz gemacht.
Die Sammlung in den Familien besorgten inzwischen d i evier Singbuben. Sie zogen von Haus zu Haus mit einemGeldbeutel und mit einem weifzen Korbe, der mit Spreu gefülltund dazu bestimmt war frische Eier aufzunehmen. Sie sangen:„Stab' aus, stäb' aus! —Dem Winter stecht die Aege aus! —Mit feuerrote Blume — Holen mer den Summer. — Ri. ra, rol— Der Summerdag esch dol — Der Fuchs, der geht ins Hühner-haus — Und holt die Eier all 'raus. — Mer ens, deer ens, —Den annere Kinner gar kens. — Ich hör' war krache. — DieMadam werd mers backe. — Ich hör' was klinge. — Die Madamwerd mer's bringe etc. — Ri, ra, rol — Der Summerdag esch do!"
Darnach erhielten sie ein Ei oder 10 Pfennig. Noch lieberwar ihnen das Doppelte. — Beim Weggehen sangen sie einuraltes, wehmütiges Trauerlied, das vom Karfreitag oder von derSommersonnenwende hierher verschoben ist: „Herr Jesus war
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