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Diese Brezeln werden beim Bäcker gekauft, oder auch, vielgröfzer und mürber, von den Hausfrauen selbst gebacken.„Wer am Sommertag keine Brezel bekommt, bleibt das ganzeJahr ein armer Narr."
Die kleinen Buben tragen am Sommertage gerade so wie dieMädchen ihre mit fliegenden Bändern rot und weife geschmücktenund oben mit je „einem" Brezel und mit zwei Aepfeln voll be-steckte Ofengabel oder Sommergabel. Sie tragen aber überdies anihrem Gürtel, oder aufrecht in der Hand, noch ihren S o m -mertags-Säbel.
Der Sommertagssäbel ist aus Holz, flach, einschneidig, vornzugespitzt nach Art des frühfränkischen Skramasax. Am kurzenEnde des Griffes und auf der 50—60 cm langen, bis 10 cmbreiten Holzklinge ist er beiderseits durch Rötel „mit feuerrotenBlumen", d. h mit roten Rauten und anderen eigenhändigenRötelzeichnungen längshin verziert. — Mit diesen Sommertags-säbeln zogen wir Dorfbuben alle Jahre mutig aus zum Kampfegegen den Winter und wir waren damit natürlich immer sieg-reich, wenn der Winter durch Kälte und Nässe uns auch manch-mal bitter zusetzte.
Die grofzen Buben begannen ihren Umzug erst am Nach-mittage, nach der kurzen Vesper. Es mufzten acht sein: DerSommer und der Winter, „zwei Rufzebutze" und vier Singbuben.
Der Sommer war ringsum am ganzen Leibe und an alleneinzelnen Gliedern in grünes Efeu gewickelt; der Winterin Stroh. Jeder der beiden trug auf den Schultern und ringsum den Kopf einen mächtigen, mit Efeu oder Stroh umklei-deten Helm. Dieser war aus Holz, mit viereckigen Visier- undLuftlöchern versehen und mit je einem kleinen Tannenbaumüber dem Scheitel geschmückt, so dafz er den beiden vermumm-ten Gestalten Licht und Luft und riesige Gröfze verlieh.
Sommer und Winter wurden in einer Scheune „geputzt".Sie konnten infolge ihrer Umhüllung an Armen und Beinennatürlich nur langsam, Schritt für Schritt, durch die Strafzenschreiten. Bei jeder Bewegung nickten und flimmerten dieschwanken Tannenbäumchen über ihren Häuptern, die mit far-bigen Papierbändchen, zumeist weifzen und roten, dicht besetztwaren.
Die Waffe der beiden Riesen war je ein Holzsäbel, ähn-lich den Sommertagssäbeln der Buben, nur viel gröfzer. Sogerüstet durchzogen sie drei Stunden lang, bis zum Einbrücheder Nacht, langsam die Strafzen, bald einzeln, bald miteinander,