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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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magere Fahrkühe. Die starken Zugochsen aber sind dort fastganz ausgestorben. In den steilen Bergäckern sieht man daheranstatt der früher angepflanzten Kartoffeln und Halmfrüchtejetzt vielfach wieder Wald oder auch Reben, die säurehaltigen,weit streckbaren Wein liefern, der darum oft gut bezahlt wird. Die Volksnahrung und der Volkswohlstand derWalddörfer aber ist dadurch in den letzten Jahrzehnten ganz we-sentlich magerer, knapper und ärmer geworden. Darunter littauch das heimische Volkstum. Die herkömmliche Landwirtschaftmufzte sich wesentlich umstellen,

An den Karneval und an seine in manchen Städten undVergnügungs vereinen fast ausgelassen gefeierte Fastnachtschliefet die Welt den Katzenjammertag und dieGeldbeutel-wäsche". Die Kirche schliefzt eine strenge Bufzzeit daran, d i e40tägige Fastenzeit.

Diese beginnt mit dem Aschermittwoch um 12 Uhrnachts, nicht schon um 6 Uhr abends wie die anderen Fest-zeiten. Wer da abkommen kann, geht morgens zur Kirche umdie Austeilung der hl. Asche anzusehen und um sich auch selbstäschern zu lassen. Man nimmt dazu die Asche der am Palm-sonntag geweihten und jetzt verbrannten Zweige und Palmen.Damit zeichnet jeder Bischof den Geistlichen seiner Kathedraleein Aschenkreuz auf die Tonsur ihres Hauptes. Den Gläubigen,die zur Aescherung kommen, macht der Pfarrer ein Aschenkreuzauf die Stirne und spricht dabei:Memento, homo, quia pulvises et in pulverem reverterisl"

Dann verlangt die Kirche, dafz alle gesunden Personen vomvollendeten 21. bis zum 61. Lebensjahre in der Fastenzeit auchwirklich Bufze tun und 40 Tage lang f a s t e n, d. h. mit der ein-maligen Sättigung mittags sich begnügen und sich alle ent-behrlichen Genüsse versagen. Eine kleine Stärkung morgensund abends ist den Schwachen jedoch nicht verwehrt. VomFasten ganz dispensiert sind alle, die schwer arbeiten müssen;nicht aber von der Bufzgesinnung und auch nicht von demfreiwilligen Abbruche und vom Fastenalmosen für die Armen.Die Fastengebote sind seit 1914 infolge des Krieges und derallgemeinen Not auch nach dem Krieg« sehr milde geworden.

Auf dem Lande wurde das strenge Fasten und jeder Ab-bruch einst hart empfunden, weil die Frühjahrsarbeiten auf demFelde zumeist mit der Fastenzeit zusammenfielen. Trotzdemlegten sich alle, insbesondere die Frauen, stets grofze Entsagun-gen auf. In den Familien wurden auch die Andachten verlängert.

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