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Kindbette mit ihrem Kinde. Diese Aussegnung schliefetsich an ihren ersten Kirchgang. Sie tritt mit ihrem schon ge-tauften Kinde, das sie bedeckt vor sich auf beiden Unterarmenträgt, an den Taufaltar. Der Priester gibt ihr dort eine brennendeKerze in die rechte Hand, besprengt sie mit Weihwasser und„segnet sie aus". Darnach erfolgt die Darstellung und Aufopfe-rung: Sie geht mit ihrem Kinde zum Hochaltar und beugt sichdavor nieder. Dann geht sie „ums Opfer", um den Altar undlegt eine kleine Geldgabe darauf nach dem alten Vorbilde derOpferung. — Jetzt erst kann die Frau auch wieder im Dorfeausgehen. Sie kann ihre täglichen Arbeiten auch aulzer demHause wieder verrichten, ohne dafz böse Einflüsse von Hexenund bösen Geistern ihr schaden können.
Mit der Darstellung Jesu im Tempel, wobei er vom greisenSimeon „ein Licht zur Erleuchtung der Heiden" genannt wurde,verbindet die Kirche seit dem 4. Jahrhundert im Orient, seitdem IL Jahrhundert auch in Rom und bei uns die Kerzen-weihe und die Lichterprozession. Sie segnet die Kerzen „zumGebrauche der Menschen, zum Heile der Seelen und zur Wohl-fahrt des Leibes aller, die auf dem Wasser oder auf dem Fest-lande sich befinden". 4 )
Darum lälzt auf Maria Lichtmefz jedes katholische Hausseine Kerzen weihen; jede Frau und jedes Mädchen seinenWachsstock. Sie brauchen diesen das ganze Jahr über;denn geweihte Kerzen und Wachsstöcke werden angezündet beiallen Versehungen und Sterbefällen im Hause, bei den dreiregelmäfzigen Seelenämtern für verstorbene Angehörige, Ver-wandte und Bekannte und bei deren Jahrgedächtnissen in derKirche. —: Bei den Seelenämtern und Bruderschaftsandachtenerfolgt jedesmal auch ein Opfergang und eine Art Lichter-prozession um den Altar mit brennenden Kerzen undWachsstöcken. -- Man gebraucht diese Wachsstöcke fernerauch bei der Allerseelenvesper, am I. November, bei denRorateandachten im Advent und bei den Miserereandachten anjedem Mittwoch- und Freitagabend in der Fastenzeit. Mangebraucht sie auch an allen Samstagen, sowohl bei den Salve-Andachten in der Kirche als auch bei den abendlichen Haus-andachten und Rosenkranzgebeten zu Ehren der Mutter Gottes.Man braucht sie neben dem Osterbrande, der im Ofen glüht,auch bei schweren Gewittern, zumal nachts. Sie brennen da aufdem Tische, während die Hausbewohner knieend den Wetter-segen und die Allerheiligenlitanei beten.
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