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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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Dann sammelten sie Geld von Haus zu Haus, soweit ihrLied gedrungen war, und zogen weiter unter dem Dankliede:Habt ihr uns eine Gabe gegeben, Dann sollt ihr das Jahr inFreuden verleben! Ihr und eure Kinder. Ihr und eure Rin-der!" Unsagbar derb und unköniglich war dagegen ihr Un-dank, wenn sie einmal nichts erhielten. Das war auch mit einGrund, weswegen ihr Singen polizeilich eingestellt wurde.

Mit dem letzten Sonntage nach Epiphanie und dem SonntageSeptuagesima schliefet der Weihnachtsfestkreis.

Von der Erscheinungsoktav bis Septuagesima und dannauch von der Pfingstoktav bis zum Schlüsse des Kirchenjahresträgt der Priester, nach dem Direktorium, am Altare, wenn keineHeiligenfeste es ändern, grüne Mefzgewänder. Grünist auch in der kirchlichen Liturgie die Farbe der Hoffnung unddes Frühlings, der aufkeimenden Saaten und Knospen, desStrebens nach Vollendung und Reife. Grün ist darum dieHauptfarbe des Kirchenjahres.

Grün ist auch die Hauptfarbe des Sonnenjahres. Schonvon Neujahr an wächst die Frühlingshoffnung der Landleute.Von da anwächst das Licht täglich um einen Hahnenschrei",zuerst abends, dann auch morgens, bis zur Frühlings-Tagund-nachtgleiche am 21. März. Dann wachsen Licht und Frühlings-grün rasch weiter bis zur Sommersonnenwende am 24. Juni, biszum längsten Tage und zur kürzesten Nacht, am TodestageBalders, des alten Sonnengottes.

Der wachsende Sonnentag weckt bald nach Epiphanie auchwieder die schlafende Wintererde und ihr Saatengrün. UnserVolk sagt:St. Fabian und Sebastian läfzt wieder denSaft in die Bäume gähn." Der Tag des hl. Sebastian, am20. Januar, wird heute noch in vielen Kirchen der Pfalz alsSchutzpatronsfest und als erstes Frühlingsfest vom Volke feier-lich begangen. Die von Pfeilen durchbohrte Statue des Heiligensteht noch auf vielen pfälzischen Altären.

Das erste allgemeine Frühlingsfest bringt auf dem LandeMaria Reinigung oder Maria Lichtmefz, am 2. Fe-bruar. Die Kirche feiert an diesem Tage die Darstellung Jesuim Tempel zu Jerusalem und die vom jüdischen Ritus vorge-schriebene Reinigung seiner Mutter, 40 Tage nach ChristiGeburt.

Nach dem Vorbilde der Mutter Gottes läfzt sich auch heutenoch jede katholische Mutter vier Wochen nach der Geburtihres Kindes in der Kirche aussegnen;sie geht aus" nach ihrem