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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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einander lautGuten Abend", tranken allmählich aus undgingen heim um ihr Vieh füttern zu helfen und um daheimnach dem Rechten zu sehen.

Sonntagabends blieben Vater und Mutter zumeistschön friedlich beisammen zuhause bei ihren Kindern. Dagab es allerlei Unterhaltung und Belehrung und Spiel. Nachdem Nachtessen gab es oft noch eine kleine Zukost, eine vonder Mutter sorgsam zubereitete Regalierung. Darnach kam dasgemeinsame Nachtgebet und frühzeitiges Schlafengehen. Sowaren die Sonntagabende bei uns zumeist kleine, liebe Fami-lienfeste, an die ich heute noch oft mit Freude und Wehmutzurückdenke. Solches Familienglück wird wiederkommen, so-bald wir wieder rechte Väter und kluge, frohe Mütter haben.

Im Kirchenjahre ist das bürgerliche Neujahr zugleich d i eOktav von Weihnachten und die Beschneidung desHerrn. Sie ist ausgezeichnet durch das kürzeste Evangelium desJahres, nach Lukas 2,21, von der Namengebung Jesu, Am Neu-jahrsabende werden darum nach dem Betläuten die Christbäumezum letzenmale angezündet und dann abgeräumt. Die Zucker-sachen werden verteilt und gegessen. Die Glaskugeln und Eis-zapfen etc. werden von der Mutter säuberlich in Schachtelngeordnet und für den nächsten Zuckerbaum aufgehoben. Ebensodie entbehrlichen Spielsachen der Kinder.

Sechs Tage nach Neujahr ist Epiphanie, das Fest der Er-scheinung des Herrn oder Dreikönigstag. Das kirchlicheFest ist bei uns seit der französischen Revolution 1794 auf denfolgenden Sonntag verlegt, gleich allen anderen abgewürdigtenehemaligen Heiligenfesten. Epiphanie vereinigt in sich drei Ge-heimnisse: Die Anbetung der drei Weisen aus dem Morgen-lande, die Taufe Christi im Jordan und die Hochzeit zu Kana,bei der Christus sein erstes Wunder gewirkt und Wasser inWein verwandelt hat. Bis zur Festsetzung des Weihnachts-festes auf den 25. Dezember, um 376 nach Christus, wurde auchChristi Geburt auf Epiphanie gefeiert. Epiphanie war also bis da-hin auch Jahresanfang des Kirchenjahres. Dieses zähltheute noch die Wochen und Sonntagenach Epiphanie" biszum Beginn der Fastenzeit. Speyer und andere Städte habeneinst, bis 1794, auch ihr weltliches Amts- und Rechnungsjahram Dreikönigstage begonnen.

Der Dreikönigstag ist zugleich das Fest der Berufung derHeidenwelt, also auch unserer Berufung zum Christentume.

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