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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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singen dabei ihre ortsüblichen Volkslieder von der LieheGlück und Leid. Die Burschen ziehen zumeist in gleichbreitenReihen dicht hinter ihnen her und helfen ihre gemeinsamenLieder verstärken. Dabei lassen sich in den Singpausen leichtfreundliche Unterhaltungen anknüpfen und die täglichen Er-eignisse in frischer und froher oder auch in scharfer Rede undGegenrede besprechen.

Nur die Rekrutenlieder werden von den Burschen,von denGanskrie", d. h. conscrits, allein gesungen. Sie ziehen,oder zogen einst, vier Wochen vor ihrer Aushebung an jedemAbende nach dem Nachtessen eine Stunde lang singend imDorfe hin und her. Nach der Musterung verstummten dieseLieder bis zum schweren Tage des Abschiedes und Einrückens.

Aus der Kaserne ist einst mancher brave Bursche ganzverändert oder auch gar nicht mehr in sein armes, frommes Dorfzurückgekehrt. Die meisten aber haben sichbei den Sol-daten" körperliche und geistige Gewandtheit, Erfahrung undCharakterfestigkeit erworben und nachhause mitgebracht.Auch das ist in den Dörfern jetzt anders, doch selten bessergeworden. Krieg, Besatzung und Umsturz haben auf unser Volks-tum nur ungünstig eingewirkt. Eine sittenstrenge, militärischeSchulung wäre für unsere jungen Männer, die von altväterlicherBescheidenheit und Einfachheit oft wenig wissen wollen, heutewohl heilsamer und notwendiger als je; denn Selbstbeherr-schung, Gehorsam und Ordnung sind für ein gesundes Volks-tum und für einen soliden Wiederaufbau unbedingt nötig. Diealte Einfachheit, Ordnung und Pflichttreue müssen aber in derFamilie und in der Volksschule zuerst wieder gelernt, geübt undvorgeschrieben werden, bis sie wieder allgemeine Ortssitte undHeimatbrauch geworden sind.

Bis 1875 gab es in unseren hinterpfälzischen Dörfern anWerktagen keinen Wirtshausbesuch. Bier wurde nurSonntags angestochen und getrunken in froher Gesellschaft.Werktags galten frisches Quellwasser und Obstwein als diebesten Durstlöscher. Damals gab es auch noch keine Vereineund Versammlungen mit Vergnügen und Trinkgelegenheiten.

Nur an Sonntagnachmittagen gingen die Bauern in dieWirtschaft,unter die Leut", um zu sehen und zu hören, umüber die Gemeinde und über die Staatsangelegenheiten sich zubesprechen. Beim Abendläuten verstummte die Unterhaltung.Alle beteten still ihrenEngel des Herrn", wünschten darnach

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