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androhungen. Diese pflegen immer nur nächtliche Verfolgungund Unglück, Anzeigen und Hafz im Gefolge zu haben.
Der Liebhaber ruft beim Schiefzen vor dem Hause den Vor-namen seiner Verehrten und nach ihrer Antwort den Neujahrs-wunsch: „Glückselig's neues Johr, G'sundheit und langes Leben!Da haus soll's Feuer geben!" — Darauf krachen die 4 bis 8Gewehre rasch nacheinander mit ebenso vielen bis doppeltsovielen blinden Schüssen. Versagt ein Schufz, so bedeutet dasminderes Glück im Leben oder in der Liebe.
Je früher einem Mädchen das Neujahr beim ersten Glocken-zeichen angeschossen wird, um so gröfzer ist die Ehrung. Beimzweiten und dritten Zeichen wird diese Ehrung stetig geringer.Darum müssen die Läutbuben das erste Zeichen jedesmal dop-pelt lang läuten. Sie müssen es auch frisch und lebhaft läuten;denn je froher die Neujahrsglocken klingen, um so glücklicherwird das Jahr im Dorfe.
Verheiratete Männer schiefzen am Neujahre nicht mehr.Aber auch sie suchen um Mitternacht oder frühmorgens nocheinander und den befreundeten Familien „das Neujahr abzu-gewinnen" durch früheren Grufz und Zuruf. Der Verlierendemufz dafür am nächsten Abende einen Schoppen Wein bezah-len, den sie gemeinsam im Wirtshause trinken.
Am Neujahrstage lautet der allgemeine G r u fz : „Prost Neu-jahr", oder: „Glückselig's neues Jahr!" bis Mittag. Dann ist dasJahr „schon wieder alt". Vom Mittage an ist der Grufz wie sonst:„Guten Tag! und Guten Abend!" — Die Antwort lautet ebensooder: „Grofz Dank!" Das frühere „Buschur" und „gehorsamsterDiener", neuerdings „Servus", sind heute im Dorfe mifzachtet.
Am Neujahrsmorgen dürfen die Kinder bis zum 13-Lebensjahre auch ihren „Pettern und Göteln", d. h. ihren Patendas Neujahr anwünschen und dafür ihr „Neujahr oder Christ-kind!" heischen und abholen. Sie kommen daher nach demFrühgottesdienste festlich geputzt mit einer grofzen, weifzenServiette und erhalten in dieselbe „ihr Sach": Einen grofzen,runden Bundkuchen; dazu einen grofzen, halbpfündigen Leb-kuchen in Herzform. Darum und darüber werden Aepfel undBirnen und Nüsse gelegt, soviel die Serviette hält, die nachihrer Füllung zum Tragen oben fest zusammengeknotet wird.In die linke Hand erhält das Patenkind über all das noch einovales, farbiges Zuckerkistel. Es ist aus Holz, oben mit buntenBlumen, einem Vogel oder einem Pferd auf dem Deckel ge-
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