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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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nachhelfen und verbessern. Kommen die Kinder zur Schule,dann hilft die Mutter ihnen täglich auch lernen, lesen und schrei-ben. Sie hilft schon morgens beim Aufstehen und Ankleiden, beimWaschen und Kämmen, bis alles säuberlich und in Ordnung ist.Nach der Schule hört sie das Gelernte bei ihrer Handarbeit abund ergänzt es mit praktischen Beispielen, Erfahrungen undErzählungen, bis ihr ganzes Wissen und das von den Vorelternererbte Volkstum in ihre Kinder übergegangen ist. Sie ruhtnicht, bis daraus, in Verbindung mit der Schul- und Kirchen-lehre, eine ganze, fertige, volkstümliche Weltanschauung ge-worden ist.

Bei den täglichen Gebeten der Kleinen haben das Vater-unser, derGlaub' an Gott Vater" und die zehn Geboteim Dorfe eine Hauptrolle. Sie sind wie starke Dämme und un-zerbrechliche Zäune zum Schutze des heimischen Glaubens unddes angestammten Volkstums, zur Erhaltung der Ehre undTugend und der guten Sitte in der Familie. Besonders d i egewaltigen Verbote:Du darfst nicht, du sollst nicht",dröhnen wie die Donner des Jüngsten Gerichtes immer wiederin die Herzen aller, bis sie ganz fest sitzen und dem jungenLeben Halt und Ziel und Richtung geben.

Der milde, goldene Glanz gesunder deutscher Eigenart,der über unserem alten, heimischen Volkstume und überdem ländlichen Elternhause liegt, der es verklärt, heiligund unvergefzlich macht, kommt aber nicht allein ausder gesunden Frömmigkeit, Ordnung und Zucht, diedort alle Verhältnisse beherrschen und regeln, sondern auchaus der fast unbewufzten, natürlichen und primitiven Betätigungder vier Grundtugenden. Natürliche Klugheit, Gerech-tigkeit, Mäfzigkeit und Starkmut waren schon im heidnischenAltertumdie goldene Mittelstrafr.e" und der Weg zum Glückhier auf Erden und im Jenseits. Sie haben auch unsere Elternund Vorfahren zur persönlichen Tüchtigkeit und zu einer sitt-lichen Höhe geführt, die sie uns grolz und verehrungswürdigerscheinen lassen. Dazu kam mit dem Christentume dasgrofze Gesetz der Liebe, der Gottesliebe und derMenschenliebe, die im Dorfe, im ländlichen Elternhause, allesumspannte, insbesondere aber die persönlichen Beziehungenzwischen Eltern und Kindern, Verwandten und Freunden er-wärmte und durchglühte.

Weihnachten aber ist das Hochfest der Liebe, derGottesliebe und der Menschenliebe. Es glänzt wie ein goldener

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