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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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Staat zu vertreten, in allen Sachen des Rechtes, der Ehre undder öffentlichen Angelegenheiten. Er führt auch die Haupt-kasse, sorgt für das nötige Einkommen zum Lebensunterhalt,zur Regelung aller geldlichen Verpflichtungen, zur Erhaltungund zur Mehrung des Vermögens.

Von den Arbeiten der Landwirtschaft und Viehzucht ob-liegen daher dem Manne die meisten und die schwersten Auf-gaben: Das Umhacken, Düngen, Roden und Pflügen seiner oftsteilen und klotzigen Bergäcker; ferner das Säen, Mähen undDreschen, die Einbringung und Besserung des Ertrages seinerFelder, Wiesen und Wälder.

Dem entsprechen auch seine täglichen Handwerkszeuge:Wagen und Karren, Pflug und Egge, Hacke und Spaten,Axt und Säge, Flegel und Sense. Er mufz auch mit Hammerund Zange, mit Schneidmesser und Hobel umzugehen wissen.Seiner Sorge untersteht auch alles Fuhrwerk und die Versor-gung aller Zugtiere, der Fahrkühe und Ochsen und Pferde, wenner solche hat. Hat er kein Fuhrwerk, dann braucht er einenSchubkarren und einen Rückkorb um die verschiedenen Trag-lasten bergauf und bergab, hinaus und heim zu befördern.

Nach dem Berichte des Römers Tacitus vom Jahre 98hatte die Frau in der römisch-germanischen Zeit mit ihrenKindern und Sklaven alle Feld- und Hausarbeiten allein zu be-sorgen. Das ist jetzt infolge des christlich-deutschen Volks-tumes wesentlich besser geworden. Die Arbeiten sind jetzt vielgerechter verteilt. Freilich der ideale Zustand, den Schiller inseinem Liede von der Glocke zeichnet, ist auf dem Lande nochlange nicht erreicht, in der Stadt nur selten. Er sagt:Die Räumewachsen, Es dehnt sich das Haus Und drinnen waltetDie züchtige Hausfrau, Die Mutter der Kinder, Und herr-schet weise Im häuslichen Kreise Und lehret die Mädchen Und wehret den Knaben Und reget ohn' Ende -- Diefleifzigen Hände Und mehrt den Gewinn Mit ordnendemSinn Und füllet mit Schätzen die duftenden Laden Unddreht um die schnurrende Spindel den Faden Und sammeltim reinlich geglätteten Schrein Die schimmernde Wolle, denschneeigten Lein Und füget zum Guten den Glanz und denSchimmer Und ruhet nimmer."

Auf dem Lande hat die Hausfrau all das und noch vielmehr in ihrem Hause zu besorgen. Sie hat dazu aber, auchunter sehr günstigen Verhältnissen, immer noch einen zwei-ten Wirkungskreis aufzer dem Hause, als Gehilfin und als

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