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einander. Die Mutter stellt die Wiege vor ihr Bett und schaukeltsie bei Tag und Nacht an einer Schnur hin und her, so oft ihrKind unruhig wird.
Ist das Kleine „ein Pannesteelche", dann erhält es in derTaufe den Namen seines Vaters, Grofzvaters oder eines zu-meist nahe verwandten Paten. Ist es „ein Bohneblättchen", dannwird es nach seiner Mutter, Grofzmutter oder nach der ausge-wählten Patin benannt. — Jedes Kind wird von zwei Personen,einem Paten und einer Patin „über die Taufe gehoben", zurTaufe getragen. Die zwei Paten können verheiratet oderledig sein. Sie treten mit dem Patenkind beide in nahe„geistige Verwandtschaft", sodafz eine spätere Ehe mit demTäufling kirchlich verboten ist. Sie haben seine Erziehung zuüberwachen, haben ihm bis zur Schulentlassung im 13- Lebens-jahre jedes Jahr seinen Osterhas und sein Christkind zu gebenund auch sonst bisweilen sich als „Petter und Götel" zu zeigen.—■ Schreit das Kind bei der Taufe, dann „hebt" die Patin es un-gern. Zwei Kinder, die aus derselben Kanne miteinander getauftwerden, haben die gleichen Schicksale.
Der Kindtaufschmaus ist zumeist sehr einfach. Er bestehtim Dorfe gewöhnlich aus Kaffee und Kuchen. Dazu kommt nurselten Braten und eine Flasche Wein, die der Hebamme nach-hause mitgegeben wird, weil die Taufen regelmäfzig Sonntag-morgens nach dem Pfarrgottesdienste in der Kirche gehaltenwerden. Pfarrer und Lehrer erhalten vom Paten ihre Taufge-bühr, dazu eine Düte voll Zucker. Auch unter die Schulkinderwerden beim Heimgange Zucker-Erbsen und Zucker-Bohnenausgeworfen.
Nach der Taufe wird das Kind seiner Mutter zum Kussegereicht und zur Pflege und Wartung. Kommen mehrere Kinder„nahe auf einander", dann welken und altern auch blühendeFrauen im Dorfe sehr frühe; denn „Tag und Nacht währenewig". Darum regelt von da an das Volkstum die Arbeits-teilung und das äufzere Leben der Familie. Es bestimmt,wann, wie und von wem die gewöhnlichen Arbeiten des All-tages draufzen und daheim zu verrichten sind, welche Teile da-von dem Manne zukommen, und welche der Frau-
DerFrauobliegtin ihrem Hause das Ministerium desInnern, die Sorge für Unterricht und Kultus und für die allge-meine Wohlfahrt. Der Mann dagegen hat mehr das Mini-sterium des Aeufzeren, der Finanzen und der Landwirtschaft zubesorgen. Er hat sein Haus in der Gemeinde, in Kirche und