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darauf, dafz Bräutigam und Braut einander möglichst gleicheMitgift zubringen, damit s i e nicht später als „Bellmäel", d. h.als Bettelmädchen, und e r nicht als „Zottelbock", als einer der„keine Knöpf an den Hosen hat", verspottet werden. Es sollein guter Anfang da sein, damit die Liebe nicht verhungert;denn wo die Not drückt,da werden die Menschen leicht hart.Es ist darum nach alter Erfahrung wirklich gut, wenn junge Ehe-leute im Dorfe an Besitz und Kraft, an Alter, Bravheit undTüchtigkeit einander möglichst gleich sind. Die Hauptsacheaber ist, dafz sie stets voll Hochachtung an einander hinauf-schauen können; denn das Leben ist hart und legt allen schwerePrüfungen und Opfer auf.
Die erste gemeinsame Freude und Sorge der Neuvermähl-ten gilt dem Nachwuchs; denn „Kinder sind ein Geschenk Got-tes" und eine Ehe ohne Kinder wäre im Dorfe freudlos undliebeleer. Jeder Bube macht seine Eltern um „tausend Guldenreicher"; jedes Mädchen „um hundert". Die Mutter aber „stehtbei jeder Geburt mit einem Fufz im Grab". Sie gibt für jedesKind „einen Zahn" und „ein Stück ihres Lebens hin". Sie„schenkt" jedes Kleine, d. h. sie nährt es an ihrem eigenenBusen, bis es laufen kann, dick und stark wird, oder bis siewieder „in anderen Umständen" ist. Dann erst wird „der kleineHerznager, der dicke Prossel", abgewöhnt. Er bekommt dannZuckermilch aus einer Tasse oder aus einer Flasche mit Gummi-schnuller, oder auch Kindeisbrei, den die Mutter mit einemKaffeelöffelchen ihm mühsam beibringt. In der Zwischenzeit gibtsie ihm auch einen „Schlutzer", d. h. Weck und Zucker, diezerdrückt, in Leinwand gebunden und in sülze Milch getauchtsind, zum aussaugen.
Ein Kind richtig grofzzuziehen ist auf dem Lande zumeisteine sehr mühsame Arbeit. Weil die Mütter sich nicht ent-sprechend nähren und schonen können, gibt es viele Schrei-kinder, „Neunwochenkrischer", die ihren Eltern Tag und Nachtkeine Ruhe lassen. Anfangs hilft zwar die Hebamme morgensund abends. Dann aber kommt sie täglich nur einmal und nach10 bis 12 Tagen nicht mehr. Aehnlich machen es „die G'schweiund die Gevattern" und die Nachbarinnen. Sie bringen zwaranfangs gute Rahmsuppe und Weinsuppe, auch Kalbfleisch mitNudeln und dürren Zwetschen, manchmal auch guten Rat, weifzeWindeln und ein Flügelhemdchen oder ein Häubchen für dasKleine. Dann aber lassen sie die junge Mutter mit ihrem Kindeallein und oft weinen dann alle beide hilflos und ratlos mit
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