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Man sitzt paarweise bei Tisch, Die Brautleute sitzen imHochzeitsstaate nebeneinander am Ehrenplatze. Nach demEssen bleibt man noch lange beisammen, erzählt, trinkt aufgegenseitiges Glück und Wohl, singt und scherzt. Da ist plötz-lich der Braut ihr linker Schuh geraubt. Man sucht und findetihn endlich bei einem der Brautführer. Darnach wird er unterScherzen aufgestellt und versteigert. Der Bräutigam macht daserste Angebot. Die anderen Steigerer zahlen jedesmal sovielals sie mehr bieten. Den Zuschlag erhält zuletzt der Hochzeiter,der seiner jungen Frau den Schuh schenkt und wieder anziehenhilft. Aus dem Erlös wird Zucker gekauft für Zuckerwein oderauch ein ganzer Zuckerhut für den neuen Haushalt.
Am Nachmittage ziehen die Brautleute und ihre Gäste infestlichem Zuge auch einmal durch das Dorf. Sie empfangendabei die Glückwünsche ihrer Freunde, verteilen Hochzeitsweinaus ihren Flaschen und Trinkgläsern und kehren dann mit demeingekauften Hochzeitszucker an ihre Tische zurück zum Kaffee-
Da kommt plötzlich die Köchin mit verbundenem Arme insZimmer. Sie wünscht auch ihrerseits nochmals Glück und fügtbei: „Es ist kein Glück so grofz; es ist ein Unglück dabei". Sohabe sie heute ihren Arm verbrannt. Man bedauert sie unterLachen und Scherzen und jeder schenkt ihr ein kleinesSchmerzensgeld, damit auch sie wieder froh sein kann an diesemfrohen Hochzeitstage, der sich auch nach dem Nachtessen nochfortsetzt. Hochzeitstänze sind bei uns nicht gebräuchlich.
Am Tage nach der Hochzeit, spätestens am übernächstenTage, wird das eigene Heim eingerichtet und bezogen;denn die jungen Eheleute müssen jetzt allein sein. Sie sollensich zusammen gewöhnen, „die Füfze unter den eigenen Tischstellen, das eigene Häwel protzele hören". Das Sprichwort sagt:„Eigener Herd ist Goldes wert" und „ist die Schwiegermutterauch von Gold, ist sie doch keiner Sohnsfrau hold", fügt derVolksmund bei. Darum ist schiedlich, friedlich immer am besten-
Ist die Tochter nach auswärts verheiratet, dann wird ihreAussteuer auf einen Wagen geladen und bekränzt. Dazu wer-den auch Lebensmittel für drei Tage mitgegeben, damit sie keinHeimweh bekommt. Die Neuvermählten setzen sich nach demAbschiede vorn auf den Wagen nebeneinander und fahren danndavon. Ihre Hochzeitskuh, die regelmäßig zur Mitgift ge-hört, oder ein trächtiges Rind, das beste Stück ihres Stalles,wird bekränzt und hinter dem Wagen nachgeführt. Man schaut