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Seite der Braut. Hinter ihnen folgen die beiderseitigen Elternund die älteren Gäste in dunklen Festagskleidern.
Bei der Trauung vor dem Altare liest ihnen der Geist-liche die kirchlichen Belehrungen und Gebote vor, fragt beidenach ihrem freien Willen zur Eheschliefzung, läfzt sie einanderTreue bis in den Tod geloben, segnet ihren Ehebund, ihre Trau-ringe und ihre ineinander gelegten rechten Hände. Er segnetdarnach auch das Hochzeitskreuzehen der jungen Frau undentläfzt dann die Neuvermählten mit dem Gebet und Segen derKirche als neue Familie, die zusammen gehört bis in den Tod.
Nach der Trauung, oder wenn diese mit einem Hochzeits-amte verbunden ist, während der Opferung machen alle Teil-nehmer der Hochzeit einen Opfergang um den Altar. Jedeslegt dabei nach Belieben ein Geldstück als Opfer auf die Epistel-seite des Altares. Die Braut ein weifzes Taschentuch für den H.Pfarrer oder auch ein farbiges, seidenes, wenn dieser ein Tabak-schnupfer ist. Die übliche Stolgebühr für die Trauung und Aus-rufung zahlt der junge Mann am nächsten Sonntage in derSakristei oder im Pfarrhause.
Beim Heimgange des Hochzeitszuges wird die Kirchentürodurch zwei Mefzdiener mit einem weilzen Cingulum gesperrt.Diese ziehen ihre Schnur hoch und halten ihren Sammeltellervor. Der Bräutigam mufz für sich und seine Frau den Ausgangmit Geld frei kaufen. Dann erst senken sie die Schnur undlassen die Bahn frei. Doch müssen auch alle Festgäste sichebenso durch eine Gabe den Weg frei machen. Das erhalteneGeld teilen die Mefzdiener unter sich in gleichen Teilen.
Während des Heimganges aus der Kirche krachen wiederlaute Freudenschüsse und alle Dörfler, besonders die Frauen,betrachten voll Neugier den Hochzeitszug. — Beim Eintritte derNeuvermählten in das Haus erfolgen die Glückwünsche derEltern und Geschwister, Verwandten und Bekannten in Versenund in Prosa, mit und ohne Hochzeitsgeschenke, je nach demVermögen und nach den verwandtschaftlichen Verhältnissen.
Die Hochzeit wird gewöhnlich im Elternhause der Braut ge-halten. Sind die Schwiegereltern genau, dann werden die Kostenzwischen beiden geteilt. Das Festmahl ist reichlich undmöglichst gut. Es bietet Suppe, zwei Sorten Fleisch mit kaltenund warmen Beilagen, verschiedene Gemüse und Wein, sülzenNachtisch und Obstkuchen. — Am Nachmittage gibt es Kaffeeund Kuchen; am Abend Kalbsbraten mit Kartoffeln und Salatund wieder Kuchen und Wein bis gegen Mitternacht.
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