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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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sagen dabei auch nochmals ihre Weihnachtssprüche und diefrommen Glückwünsche für ihre Eltern. Darnach werden dieWeihnachtslieder auch im Familienkreise gemeinsam gesungen.Ihre Reihenfolge geht nach dem Vorschlag der Kinder. Nachdem Nachtessen gehen alle zeitig schlafen; denn sie haben denversäumten Schlaf des hl. Abends nachzuholen. Auf die hl.Nacht,in der am wenigsten geschlafen wird", folgt die zweiteWeihnachtsnacht,in der am meisten geschlafen wird". Undein gesegneter Schlaf ist ein glückliches Anteil des gesundenLandvolkes, ein kostbares Christgeschenk für das ganze Jahr.

Amzweiten Weihnachtstage, den 26. Dezember,beginnt das neue Jahr für die Dienstboten.Am Stephanstag"ist morgens Gottesdienst wie an Sonntagen, mittags aber istBündelstag.

Nach dem Mittagessen, wenn in Stall, Haus und Küchealles in Ordnung gebracht ist, geht das Dienstbotenjahr zuEnde. Es wird abgerechnet. Knecht und Magd erhalten ihrennoch rückständigen Lohn, der das Jahr über zum Teil ausSchuhen und Kleidern bestand, bar ausbezahlt, dazu ihren Ab-schied und ihr Dienstbuch.

Der Abschied ist gewöhnlich mit Rührung und Tränen ver-bunden; denn brave Dienstboten werden im Dorfe wie Kindergehalten. Sie gehören in Freud und Leid, in Arbeiten undSorgen zur Familie. Darum können die Kinder den Abschiedam Bündelstage oft nicht recht verstehen. Sind aber die Sachenin der Magdkammer eingepackt, dann wird die Truhe feierlichabgeholt und die Magd zieht, von ihren Freundinnen begleitet,nachhause oder zu ihrer neuen Herrschaft, zu der sie sich ver-dingt hat. Dort erhält sie zum Willkomm ihrenWeinguff",d. h. ihren Weinkauf, ein kleines Trinkgeld, und wird vonVet-ter und Bas", die mitIhr und Euch" anzureden sind, alsbaldin ihren neuen Dienst eingewiesen. Die Hausfrau weist dieMagd auch an ihren Tischplatz und in ihre Schlafkammer einunter dem Wunsche baldiger und guter Eingewöhnung. DerKnecht untersteht mehr dem Hausherrn. Die Dauer der Din-gung beträgt regelmäfzig ein Jahr. Wenn die Kinder einemsolchen Umzüge auf der Strafze begegnen, begleiten sie ihn mitdem Liedchen:

Heut ist mein Bündelstag, morgen mein Ziel.Schickt' mich mein' Herrschaft fort, gibt mir net viel."

Grofz waren die Barlöhne der Dienstboten früher allerdingsnicht, aber manchesmal doch gröfzer als der Reinüberschufz des

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