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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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wurden zu diesem Feste bunt geschmückt, neu mit Hanf ange-legt und mit farbigen Seidenbändern umwickelt. Die Spinnerin-nen salzen dann festlich geputzt im Kreise um das Licht infroher Arbeit, bis es acht Uhr läutete. Dann gingen sie KStundeschnurren" oderLuft schnappen" auf die Strafze,auchschleimere" und Schlitten fahren, wenn Eis war. Dabeiwurde auchgelurt", d- h. erlauscht, in welchen Häusern sonstnoch die lange Nacht in Gesellschaft gefeiert wurde, und werdort mitfeierte. Nach der Rückkehr gab es Brot, Aepfel undNüsse, die gewöhnliche Erfrischung der Kunkelstuben. Dannwurde wieder fleifzig gesponnen bis Mitternacht unter frohenGesängen und Gesprächen, Erzählungen und Scherzen; dennnach 8 Uhr wurden auch die Männer undBorscht" zugelassen,die Väter und Brüder und die Liebhaber der Spinnerinnen. DieMänner setzten sich auf die warme Ofenbank, die Burschen imäufzeren Kreise ringsum nahe neben die ihnen befreundetenSpinnerinnen. Um Mitternacht wurden die Spinnräder beiseitegestellt und das Festmahl gehalten. Dieses war entweder einoLiebesgabe der Hauswirtin und ihrer erwachsenen Töchter, oderdie eingeladenen Mädchen hatten nach Verabredung für sichund die Ihrigen Milch, Eier und Butter, auch Weifzmehl undRauchfleisch dazu mitgebracht und beigesteuert. Da um Weih-nachten fast in allen Häusern des Dorfes Schweine geschlachtetwurden, fehlte es auch an Fleisch und Würsten nie. Nach demMahle, bei dem auch guter Kaffee und Kuchen und Konfekt,Obstwein und frohe Liebeslieder nicht fehlten, war der Heim-gang gemeinsam. Dafz auch dabei alles in Ehren und Züchtenverlief, verlangte das Ansehen der Festgeber und Festteil-nehmer

In dieser Nacht schaute man auch öfter nach den Sternenund weissagte aus ihrem Glänze und ihrer sichtbaren Zahl aufdas Glück des folgenden, neuen Jahres, das ja einst mit derlängsten Nacht begonnen hat.

Drei Tage später, am 24. Dezember, folgtdie HeiligeNacht", das hochheilige Weihnachtsfest. Nach Ein-bruch der Nacht zog bei uns das Christkind zum letzenmal mitseinem hellklingenden Schellchen und mit seinem Eseleinheimlich durch das Dorf. Es kam auch nochmals sichtbar inmanche Häuser und überbrachte den Eltern die Weihnachts-geschenke für die Kinder und Hausgenossen.

Die Hausarbeiten müssen daher am Heiligen Abende früherals sonst beendet sein. Dann folgt die körperliche Reinigung