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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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und tobte und mit seinen Ketten rasselte. Dieser schlägt danndie Trägen, Unverträglichen und Unfolgsamen, droht sie inseinen grofzen Sack zu stecken, den er über die linke Schulterhin auf dem Rücken trägt, bis sie Besserung versprochen haben,und bis die Eltern ein begütigendes Wort für die Schuldigeneinlegen. Dann umtanzen Christkind und Belzenickel Hand inHand das Zimmer, versprechen im nächsten Jahre wieder zukommen und verschwinden leise, da sie noch viele andereKinder im Dorfe zu besuchen haben.

Am heiligen Abend, den 24. Dezember, zieht dasChristkind zum letzenmale um. Es fährt da bei Einbruch derNacht heimlich und unsichtbar sogar mit seinem Wagen undmit seinem Eselein durch das Dorf und verteilt seine Gabenan die Eltern. Darum singen die Kinder vorher immer wieder:

Christkindel, komm' in unser Haus, Leer' dein goldigSäckele aus, Stell' dein Eselein auf den Mist, Dafz es Heuund Hafer frifzt!" Und so oft in der Adventszeit am Morgenund Abend der Himmel sich rötet, jubeln sie hoffnungsvoll:Der Himmel ist rot; Das Christkindel backt Zuckerbrot!"

Dann stellen sie auch ihre Schuhe vor die Tür, oder sieschreibenan dag liebe Christkind im Himmel" einen Weih-nachtsbrief mit all ihren Wünschen und hängen diesen vor dasFenster. Wird dieser Brief über Nacht abgeholt und liegtmorgens gar eine kleine, zuckerige Gabe dafür am Fenstersimsoder im Schuhe, dann ist lauter Kinderjubel im Hause bis Weih-nachten; denn die Erwartung der Freude ist für die Kleinenfast immer ein gröfzeres Glück als die Erfüllung der beschei-denen Wünsche.

In die Zeit der Christkinds-Umzüge während der zwölfRauhnächte fällt auch die lange Nacht, die Nacht derWintersonnenwende, die Nacht des altgermanischen Julfestesam 21. Dezember. Sie war immer das Hauptfest derKunkelstuben. Diese Nacht zu durchschlafen, gilt bei derJugend als Schande. Wer es doch tut, mufz sich buckeligschlafen. Darum durchwachte man sie einst gemeinsam inKunkelstuben bis zum ersten Hahnenschrei oder wenigstens bisMitternacht. Angesehene Familien luden auch ihre Freundeund Verwandten dazu ein, zurFeier der langen Nacht". Dalegten Männer und Frauen, erwachsene Burschen und Mädchennach dem Nachtessen ihre Festtagskleider an, putzten sich undgingen zur Kunkelstube der langen Nacht. Auch die Kunkeln

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